Wie die Rubrik schon sagt: es geht um die Bremsen ;)

  • Allen erst einmal schöne Ostern!
    und un zu meinem Problem:
    Ich habe hier einen alten (Bj. 1982) Anhänger der Firma Honold mit Tandemachse und Rohrauflaufdeichsel. Die habe ich bereits mit einem Reparatursatz:

    Reparatursatz für BPW AK 2008 Lager Gleitrohr Faltenbalg Dämpfer Instand gesetzt.
    Beim Zerlegen der Radbremsen hatte ich das Problem daß die Bremsbeläge teilweise bis auf die Nieten runter waren und ich keine Info zum Hersteller gefunden habe. Daraufhin habe ich Beläge gekauft die von deMaßen her gepasst haben (230x40) und auch die gleichen Aufnahmen am Umlenkhebel sowie am Nachsteller haben. Die Radlager hatte ich alle 8 draussen und gereinigt/gefettet, ein äußeres Radlager habe ich wegen rauhen Lauf erneuert. Soweit so gut... die Bremsbeläge waren deckungsgleich mit den alten, nur eine Bohrung für die oberen Federn am Nachsteller musste ich neu machen. Jetzt habe ich ein Problem mit der Grundeinstellung der Radbremsen, die Nachsteller, wie bei den Knott Bremsen, haben die beiden Keilstücke mit der Führung der Beläge und den Keil mit dem 8mm Gewindebolzen und der dazugehörigen Mutter. Hier kann ich bis Anschlag reindrehen, doch an der Trommel schleift nix. Beim wiederholten male habe ich dann eine Besonderheit festgestellt: unter dem Keilnachsteller ist eine mit Feder gezogene Platte, darauf ist der Nachsteller befestigt. Also das alles nochmals zerlegt, gereinigt und mit Cu-Paste leicht geschmiert.... Ergebnis war ernüchternd, immer noch keinerlei Bremswirkung. Eigentlich dürfte keine Rückfahrautomatik verbaut sein da an der Deichsel ein Hebel zum Feststellen der Auflaufbremse ist.
    Ich habe ein Bild des Innenlebens gemacht, vielleicht kennt ja hier jemand diese Bremse die ich noch einstellen muß. Ach ja, die Beläge sind NICHT mit Bolzen uns Spannplatte arretiert, sondern nur mit den beiden Federn unten am Umlenkhebel und oben die Vorspannung des Keilspanners mit selbst gebohrten Löchern ...
    hier nun das Bild:
    PXL_20260327_115316160.jpg


    Achja... die Frage ist: wie wird diese Bremse eingestellt, über die Seilzüge finde ich etwas doof ;)
    Herzlichen Dank für zielführende und auch lustige Antworten... Aufmunterung kann ich brauchen!

    Schnell, immer und überall!
    also schnell müde, immer hungrig und überall im Weg :P


    Grüße aus dem Schwarzwald, Werner

  • Servus und willkommen

    keine Info zum Hersteller gefunden habe

    welche Bremse das ist, steht normal auf der Rückseite der Bremsankerplatte

    unter dem Keilnachsteller ist eine mit Feder gezogene Platte, darauf ist der Nachsteller befestigt

    das ist die Rüfa, vermutlich hast das falsch zusammen gebaut, da müsstest mal nach deiner Bremse googeln um die richtigen Bilder zu finden


    du hast dir vermutlich Beläge für die S 2304-7 gekauft, deshalb fehlt das Loch, deine Bremse müsste die S 2304-2 sein, die gibts komplett geklebt oder die Beläge allein zum aufnieten, ob der Belagträger eventuell auch etwas größer ist kann man mit den EX Zeichnungen nicht sagen, vermutlich liegts aber an der Rüfa das nichts geht, die hast vermutlich in der Stellung eingebaut als ob die Trommel schon rückwärts läuft


    das an deiner AE noch ein Hebel ist sagt nichts, als die ersten RÜFA aufn Markt kamen, hatten die AE oft noch den Hebel, auch wenn er nicht mehr gebraucht wurde


    Gruß Mani

  • Erstmal herzlichen Dank für die schnelle und kompetente Antwort 👍

    Ich habe nun "einfach" den korrekten Satz für die RASK bestellt, dann bin ich von der Seite aus auf der sicheren Seite...

    Daß die RüFa falsch montiert sein kann, das halte ich für unwahrscheinlich bzw sogar unmöglich denn es ist die Nachstelleinheit die beweglich auf einem Bolzen steckt und per Feder zurück gezogen wird. Der Bolzen ist mit einem Segering gesichert. Morgen zerlege ich die Bremse noch mal und mache Detailbilder...

    Die neuen Beläge können ja um 1-2mm differieren, da ist es schon möglich dass es dann bereits passt.

    Ein Typenschild ist nicht mehr vorhanden... Der AH ist 44 Jahre alt, wie vermutlich auch der Rest 😁

    Die Verkabelung der Beleuchtung habe ich auch bereits komplett erneuert... ob ich eine Nebelschlussleuchte nachrüsten muss, das weiß ich noch nicht, aber vorbereitet ist es 😉

    Auf alle Fälle lohnt sich die Reparatur... Für das Geld bekommst du ja keine Anhänger mit 1.700kg und kompletten Alu Boden 👍

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    Grüße aus dem Schwarzwald, Werner

  • Hallo

    Daß die RüFa falsch montiert sein kann, das halte ich für unwahrscheinlich bzw sogar unmöglich denn es ist die Nachstelleinheit

    siehste, da ist dein Denkfehler, dieses bewegliche Teil ist KEINE Nachstelleinheit, sondern die löst die Bremse wenn sich die Trommel rückwärts dreht


    nachstellen tust die Bremse einzig und allein an der Schraube die die beiden Keile auseinander schiebt

    Ein Typenschild ist nicht mehr vorhanden

    muss ja auch nicht, bei vielen Bremsen ist der Typ entweder an einer flachen Stelle, oder am Rand außenrum eingraviert/gestanzt, also mal genau schauen

    Die neuen Beläge können ja um 1-2mm differieren

    nein das glaube ich nicht, und selbst wenn wäre es egal, das Spreizschloß schafft es auch ohne den Belag den Träger bis an die Trommel zu drücken, dann bremst man halt auf Eisen

  • siehste, da ist dein Denkfehler, dieses bewegliche Teil ist KEINE Nachstelleinheit, sondern die löst die Bremse wenn sich die Trommel rückwärts dreht

    Da ist kein Denkfehler, die Nachstelleinheit IST auf der beweglichen Platte drauf, darum mache ich morgen Bilder, denn SO habe ich das nie irgendwo gesehen...

    Eventuell auch ein kurzes Video...

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  • Wie versprochen, hier ein Bild


    PXL_20260407_115446786.jpg


    und zwei mehr oder weniger gelungene Videos ;)


    damit man auch weiß um welche Achse es sich handelt, es ist vorne links :)

    Video 1 hier die Bewegung der Platte MIT Keilversteller ;)


    Video 2hier im ausgebauten Zustand und wie die Platte aufgesteckt wird, ohne Feder


    Ich hatte nicht daran gedacht neben dem Video auch noch zu reden ;)

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  • Hallo


    also irgendwas passt da mit der Nachstellschraube und den beiden Keilen nicht


    normal müsstest die Schraube locker mit dem Finger reindrücken können und die beiden Keile müssten seitlich rauskommen


    die Schraube müßte bei dir etwa so aussehen, weil bei dir ja hinten ne Mutter drauf ist


    die beiden andern Teile müssen ebenfalls so ne schräge Seite haben die zu dir zeigen, um so weiter die Mutter anziehst, um so weiter drückts die Bremsen auseinander


    so funktioniert das bei den meisten Bremsen, bei manchen ist das Mittelteil mit Gewinde und es steckt dafür ne Schraube drin


    egal wie, das Mittelteil wird nach innen gezogen und drückt die beiden anderen nach Außen,


    hast die beiden eventuell falschrum drin? das der Keil nicht zum Keil in der Mitte zeigt sondern nach hinten???


    mach das mal komplett auseinander, dann machst die schei.... Kupferpaste erstmal weg, die sammelt nur den Dreck und dann klemmt alles


    ich bau meine Bremsen sauber aber trocken zusammen, dann haftet kein Bremsstaub, der rieselt einfach runter und es wird nichts fest


    höchsten auf die Keilflächen ne hauchdünne Schicht, aber mehr nicht, aber selbst da braucht man es nicht



    das die ganze Nachstelleinheit drehbar ist, ist bei dem Typ halt so, das erfüllt den Zweck der Rüfa, die Feder muß das Ding nach Links ziehen, damit es dort anliegt und sozusagen "gerade" ist, beim rückwärtsfahren, werden die Backen gegen die Federkraft nach rechts gedrückt, das Teil steht dann schief und gibt die Bremse frei, andere Seite ist das ganze andersrum, hier siehst wie das bei ner Knott funktioniert


    P.S., wenn die Bremse schön sauber ist, bleiben auch die Finger sauberer :weg: :kapitulier:

  • Erst mal danke für deine Antwort,

    der Reihe nach... die Keile sind leider nicht das Problem, die gleiten wunderbar im eingebauten Zustand, nur ist beim ersten zerlegen die Einstellschraube abgerissen und ich hatte einen Stehbolzen eingeschraubt und zusätzlich mit einem Schweißpunkt gesichert... Heute kommen wohl nach Sendungsverfolgung die richtigen Bremsbeläge und auch ein neuer Keil.

    Ich habe mir vor geistigen Auge die komplette Funktion nochmals vorgestellt und gehe davon aus dass mit den richtigen Bremsbelägen das Problem wohl gelöst ist... wenn ich die alten mit den jetzigen vergleiche, so ist die Einfräsung im unteren Bereich etwas anders... somit kann die komplette Geometrie falsch sein.

    Zur Cu-Paste: trocken und sauber wäre schön, doch ist die Paste außer wegen der Reibung und weiterhin wegen der Korrosion drauf... Momentan etwas zu viel, aber ich muss mir ja noch öfter die Finger dreckig machen... Das war aber weil ich nebenbei noch das Handy bedienen musste... mit den Handschuhen ging das einfach nicht 😉

    Ich bin echt gespannt ob's heute Abend passt... Denn dann wird der TÜV Termin so schnell als möglich gemacht, meine anderen Fahrzeuge müssen langsam aus dem Winterschlaf raus und somit auf die Hebebühne, beim Winterauto ist noch ein neuer Auspuff zu montieren und und und 😜

    Ich denke dass die Info zu der richtigen Bremse das wichtigste ist und ich nun korrekt montieren kann! Dafür nochmals herzlichen Dank!

    Ach ja... eine kurze Frage hätte ich noch: ich habe etwas quer gelesen im Forum und dabei gelesen dass oftmals so große Drehmomente für die Achsmutter angegeben sind... Original waren die Muttern fast lose und ich habe solche zweiteilige Lager immer mit 125NM angezogen damit das Lager richtig sitzt und dann um 90° gelöst, dann mit Spannstift gesichert

    Wer hat nun Recht?

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    Grüße aus dem Schwarzwald, Werner