Hi Leute.
Ihr kennt das Problem? Im Keller liegen neben der Waschmaschine noch ein paar Reste 18 mm Siebdruckplatte? Eure Frau sagt:
"Wenn dieser Scheiß nicht bald verschwindet kannst Du in der Garage auf Deinem Anhänger schlafen!!!"
Die Betonung liegt hier auf DEINEM Anhänger. Wird das neue Schlafzimmer im Möbelhaus geholt ist es UNSER Anhänger:
"Schaatz, fahren wir heute mit unserem Anhänger das schöne, neue Schalfzimmer holen?".
Oder Du bist die Ehefrau und ER hört einfach nicht damit auf den Keller zu vermüllen?
Außerdem mußt Du ab und an einen Minibagger oder ein Auto verladen, hast aber keine Rampen und neue sind Dir einfach zu teuer?
Tataaa:): Hier ist eine Eigenbaulösung! (Bilder 1 und 6)
Die Abmessungen auf dem Modell sind LxBxH 2000 x 375 x 275, die reale hat eine Höhe von 250.
Verwendetes Profil Außenrahmen: 30 x 30 x 1,5; für die Streben 20 x20 x 1,5
Werkstoff: S235
Vorteile: preiswert, robust, sehr hohe Tragkraft, kaum Durchbiegen unter Last
Nachteil: unhandliche Form, Holz hält nicht ewig, Korrosion?
Masse der Stahlkonstruktion (ohne Holz) ca. 14 kg je Rampe (deswegen sind die Rohre aus so dünn). Damit ist die komplette Eigenmasse ähnlich wie bei Alurampen.
Die Länge wurde so gewählt, damit die Rampen quer auf dem Anhänger transportiert werden können. Der Auffahrwinkel ist aber für tiefergelegte Autos so deutlich zu groß.
Daher macht es Sinn Verlängerungen zu konstruieren (Bild 2); Das könnt Ihr sicher besser.
Die Tragkraft je Paar liegt bei über 2000 kg (Achslast). Bei der FE-Analyse wurde eine Streckenlast von 10 kN auf der Mittelstrebe angesetzt (Bild 7).
Die Spannung in den Profilen lag dabei etwa bei 60 bis 80 % der Streckgrenze (Kontaktstellen verbunden - keine Penetration, Jacobi-Zahl 4, 141000 Knoten,
Vergleichsspannung nach von Mises). Eine Referenzprüfung wurde nicht durchgeführt, die Position der Knoten visuell als passend empfunden.
Schweißverbindungen wurden nicht berücksichtigt. An den Verbindungsstellen herrscht auf dem Modell Spannungsüberhöhung, es wurde für die Prüfung nicht überarbeitet,
dies ist kein ausreichender Festigkeitsnachweis.
Praktisch wurden die Dinger jedoch einigen Härtetests (Bild
unterzogen (zwar nicht quanitativ aber qualitativ). Mit dem Ergebnis, für den 3,5t-Bagger oder die
2t-Achslast reicht es aber dann is gut, das Holz knischt dann schon übel, besonders beim Bagger.
Wem Tragkraft oder Länge zu klein sind, der kann Profile 30x30x2 oder 40x40x2 oder 40x40x3 verwenden. Wenn das Holz ebenfalls dicker oder ertüchtigt wird,
kann auch sicher mit 4t-Achslast und mehr aufgefahren werden. Für 3,5t-Transporter oder ähnliches reicht es aber locker.
Die Auflage am Anhänger ist ein Winkel 40 x 40 x 5 mit einem Flach verlängert. Beim Befahren sollte die Rampe mit einem Spanngurt gesichert werden oder in z.B. in ein L-Profil oder eine Bohrung eingehängt werden (Bilder 3 und 4).
Damit es beim Befahren des Anhängers nicht zum Kippen kommt habe ich als einfachste Lösung einen Holzklotz untergelegt (Bild 5). Damit hatte ich noch nie Probleme, auch auf schlechtem Untergrund (Falls jemand keine Sützen hat oder will).
Damit innen nichts rostet, habe ich Wachshohlraumkonservierung verwendet.
WICHTIG: Auf gleiche Winkel an den Streben achten, ca. 50° zum 30 x 30, sonst leidet die Stabilität.
Tip: Wer die Breite von 375 nicht benötigt, sollte die Rampen schmäler bauen, so weden sie nochmals leichter. Dafür kann z.B. auch Stärke 2 mm verwendet werden.
Nun, Kindas, ich wünsche Euch Viel Spaß bei Basteln ;),
ich bin erst mal ein paar Wochen im Urlaub
und hoffe, dass dieser Beitrag für den einen oder anderen hilfreich ist
Gerhard
P.S.: Hinweis bei Gewerblichem Einsatz (das ist jetzt kein Blödsinn): Kommt es beim Einsatz einer nicht geprüften Rampe zu einem Pesonenschaden
aufgrund z.B. eines Materialversagens oder einem Bedienungsfehler wird die Versicherung versuchen den Unternehmer in die Haftung zu nehmen.
Der Unternehmer sollte sich UND seine Mitarbeiter auf alle Fälle mit einer jährlichen Unterweisung, die von den Mitarbeitern unterschrieben wird, absichern.