Hallo Sebastian,
keine Angst, ich sage das böse S-Wort nicht
.
Auch stellt die Verwindung kein Problem dar für die Festigkeit oder führt sogar zu einem Bauteilversagen. Überhaupt keine Gefahr. Und es ist richtig Lkw, insbesondere der Mog (Universalmotorgerät von MB), verwindet zur Unterstützung der Federung. Dort ist das sogar erwünscht.
Gummifederachsen haben einige Vorteile: geringes Gewicht, einfach, wartungsfrei, preiswert, Federung und Dämpfung in einem und robust. Sie sind jedoch in Sachen Federung teuren Nutz- oder Personenfahrzeugen unterlegen.
Meine Erfahrungen gehen dahin, auch bei Tandemanhängern, dass bei Ausnutzung des zGG ein steifer Anhänger besser auf der Strasse liegt, besonders dann, wenn keine dämpfende Elemente. wie z.B. Fugendämpfung zwischen Rahmen/Hilfsrahmen, besteht. (Is irgendwo auch logisch, ich rege ja ein wenig gedämpftes System, Aufbau, zur Eigenschwingung an). Das ist so wie ein beschissen befestigtes Auto auf der Ladefläche. Praktisch getestet habe ich das an einem "weichen" und einem "steifen" Meyer-Kipper (Unterschied ca. €3000,- !!!) sowie bei Versuchen an Rahmen von Drehschemeln. Bei einem in der Gesenkbiegepresse gefertigtem C-Profil habe ich schrittweise durch Streben die Torsionssteifigkeit erhöht und so das Fahrverhalten verbessert.
Soviel zur Theorie. Nach einigem Nachdenken bin ich zu der Überzeugung gekommen, dass Deine Konstruktion unproblematisch werden wird. Trotz offener Profile (was auch nicht mein Fetisch ist, außer am Rand der Ladefläche - wenn ich da keine Gurte einhängen kann krieg ich echt Blähungen!) und einem E-Modul von 70000 ist das Ding ja ziemlich robust. Hinzu kommt ja auch noch die Pritsche.
Nun, Kohle ist natürlich nicht alles (wahrscheinlich habe ich hier einen der scheißteuersten Autoanhänger mit offenem Kasten überhaupt rumstehen), aber warum soll man mehr Geld für die Zweitbeste Lösung ausgeben? Andererseits habe ich eine Konstruktion wie Deine noch nicht gesehen. Und es ist durchaus interessant was sich da entwickelt. Zudem muss ich gestehen wir haben mit Alu nur bei Aufbauten gearbeitet, nie bei kompletten Konstruktionen. Überhaupt war das leben als Fahrzeugbeuer nicht so romantisch. Ein Tag war damals etwa so:
In der Früh auf den Hof fahren und erst mal schauen ob irgend ein Arschkeks wieder seine Ersatzteilversorgung über unsere Verkaufsanhänger gesichert hat. Heute Glück gehabt. Dann in die Werkstatt und das Licht, das sich der Kunde weggefahren hat, wieder an dem Ungebremsten rekonstruieren. Schöne Arbeit, netter Kunde, gutes Geld. Ich achte darauf, dass ich beim Wegschleifen vom Zink nichts übrig bleibt, damit ich mir an der frischen Schweißnaht möglicht ungiftig eine Kippe anzünden kann (Zink ist ungesund, weiß ich noch aus der Berufsschule). Ich bin Mittag fertig, der Kunde ist auch schon da und zahlt gleich bar. Wir gehen zum Dönermann zum Essen. Wieder zurück holen wir uns aus dem Getränkeautomat erst mal ein ca. 8° kaltes Augustiner, oh man das zischt! Es ist Sommer. Dann kommt die irre Pferdetante mit ihrem Pajero und Anhänger ohne Rückfahrautomatik. Beide haben es eigentlich schon fast hinter sich. An dem Scheißanhänger ist fast jede Woche irgend eine Kleinigkeit und die Frau hat nie Kohle. Letzte Woche war irgend ein Verschluss kaputt und dabei haben wir gesehen, dass der Rückfahrhebel verklemmt und immer eingerastet ist! Die Frau fährt mit zwei Pferden und ohne Bremse! Ich habe das wieder gängig gemacht und sie hat sich richtig gefreut, dass man jetzt so schnell stehen bleiben kann. Dieses mal regt sie sich darüber auf, dass man nicht mehr einfach so rückwärts fahren kann und will, dass wir das wieder so machen wie vorher! Wir gehen auf den Schreck erst mal zum Getränkeautomaten.
Dann kommt Rübezahl (habe ich so genannt, hätte mich aber nie getraut ihn so zu nennen, er ist ca. 2m groß und 200 kg schwer; ich 1,78 m und 75 kg). Der Typ ist so voll, dass er nicht mehr laufen kann. Zum Glück ist er mit dem Auto da. Heute wird nix mehr gearbeitet, die Garagenlampe von dem Kunden mache ich morgen. Wir ratschen bei ein paar Biers und Rübezahl ist jetzt so voll, dass er nicht mehr Autofahren kann. Zum Glück hat er seinen 14-jährigen Sohn dabei, der ihn jetzt Heim bringen soll. Mit dem Auto. Ja. Problem dabei war nur: er konnte nicht Autofahren. Nach dreimal Abwürgen ist er endlich vom Hof geschaukelt.
Nach so einem erfolgreichen Tag Grillen wir noch vor der Werkstatt. Der Chef fährt zum Supermarkt wegen Grillfleisch und ich zünde inzwischen den Grill mit dem Schneidbrenner an. Den Rest macht die Druckluft, nach drei Minuten kann gegrillt werden.
Ich kömme etwas später Heim und kriege eine Anschiss der sich gewaschen hat.
Ja Kinder das war echt so, ich habe mir das nicht ausgedacht.
Doch zurück zum Eigentlichen. So wie Du das machst, wird es funktionieren. Du musst bei dieser Konstruktion auch nicht großartig über Festigkeiten nachdenken. Nur beim Anschluss der Deichsel ein bischen aufpassen, damit es später keine Risse gibt.
Damit ich Dir einen Vorschlag machen kann musst Du mir nochmal genau sagen (100%-Lastenheft) was wichtig ist. Vielleicht habe ich eine Idee, vielleicht aber auch nicht.
Gruß
Gerhard