Tellerfeder - Peitz PAV SR 2,0 l Ausf. M - Funktion, Ausbau, Einbau

  • Ich habe gerade einen Saris 2t Tandemachser auf dem OP-Tisch.


    Der TÜV hat u.a. den Zustand zweier Bremsseile sowie die unzureichende Bremswirkung Rückwärts bei gezogener Handbremse bemängelt.

    Gestern hatte ich dann mal (fast) alles zerlegt. Soweit sieht für mich alles OK aus, Ich werde die Seile erneuern (es waren übrigens 4 verschiedene Längen verbaut....), alles säubern, schmieren, einbauen und einstellen.


    Wenn ich den Aufbau richtig verstehen (u.a. basierend auf diesen Infos: Generalsanierung Bremse Peitz R234-76 - Radbremse - AnhängerForum.de (anhaengerforum.de)),

    dann könnte mein Problem darin bestehen, dass die Tellerfedern zu vergammelt sind, sich dann bei gezogener Handbremse nicht richtig zusammendrücken, dadurch das Lüftspiel (=der fixe Abstand zwischen der Vierkantschraube und der Innenseite des aufgesetzten Distanzstücks?) nicht überwunden wird und somit beim Rückwärtsschieben nicht die volle Bremskraft da ist.

    Ist meine Interpretation korrekt? Oder gibt es andere (mögliche) Ursachen?


    Falls das realistisch ist, würde ich die Tellerfedern mal ausbauen, reinigen und wieder zusammensetzen. Ich schätze mal, solange sie nicht "dauerplatt" (wie im gedrückten Zustand) sind, kann da ja nichts Kaputt sein, sodass ein Austausch keinen Sinn macht. Oder gibt es hierzu andere Einschätzungen?


    Die notwendige Vierkantnuss muss ich mir erstmal besorgen (oder ich versuche es erstmal mit meinem großen Engländer...). Leider habe ich die benötigte Größe nicht gemessen. Kennt die jemand? sonst mach ich nochmal auf und messe nach.


    Einbau: Mit einem bestimmten Drehmoment vorspannen oder ohne Vorspannung nur so festziehen dass alles gut anliegt?


    Danke im voraus!

  • Vierkantnuss ?


    Kennt man Heutzutage keinen Maulschlüssel mehr ?


    Obern Maulschlüssel ran , unten nen dicken Schraubendreher zum gegenhalten . ist meist gar nicht sooo fest.


    Gruß

    Hepp

  • ok, ich hatte das Problem wohl überschätzt.... Danke!


    ich habe gerade alle 4 Tellerfedern demontiert.

    Zum Gegenhalten habe ich die Verlängerung meiner 1/2" Ratsche genommen, das ging durch den größeren Durchmesser besser als mit dem Schraubendreher.

    auf den Vierkant passt ein 19er Maulschlüssel. Ich habe dann aber meinen Engländer genommen, da der länger ist und 2 der 4 Schrauben ordentlich fest waren.


    Nun hat sich auch meine Frage zur Vorspannung der Tellerfedern erledigt:

    Auf die Schraube kommen erst die Tellerfedern, dann eine Unterlegscheibe. Deren Loch hat einen kleineren Durchmesser als das der Tellerfedern und somit kann sie nur über den vorderen, verjüngten Teil der Schraube rutschen.

    Man kann die Schraube also nur so weit anziehen, bis die Unterlegscheibe am Ende der Verjüngung fest anliegt. Fester ziehen würde die Tellerfedern nicht weiter vorspannen sondern nur irgendwann die Schraube abreisen....

  • und weiter gehts....


    Ich habe mittlerweile die Bremsseile, die Kugelkupplung und den Faltenbalg erneuert. Bremsgestänge und Trommelbremsen hatte ich alles komplett zerlegt und gereinigt. Die Beläge hatten nur wenig verschleiß. Ich habe sie ebenso wie die Trommeln etwas angeschliffen und wieder eingebaut.

    Nun ist alles wieder zusammengesetzt und anständig eingestellt.


    ABER:

    Die Bremswirkung Rückwärts mit gezogenem Handbremshebel ist nach wie vor schwächer als vorwärts. Bei gezogener Bremse kann ich ihn per hand nicht nach hinten Rollen außer ich stütze mich am Auto ab. Wenn ich ihn mit dem Auto schiebe rollt er aber nach hinten. Klar, der Diesel von meinem T4 Bus bringt auch gut Kraft, aber da der TÜV bei mir das auch immer so getestet hat gehe ich davon aus, dass denen das nicht reicht. Ziehe ich ihn mit dem Auto nach vorne blockieren die Räder. Die Symptome sind die selben wie ich sie bei meinem anderen Anhänger hatte. Dort lag es daran dass die Gasfeder im Handbremshebel defekt war. Aber die Bremse an diesem Hänger funktioniert ja anders und hat das gar nicht...


    -Hat jemand eine Idee was ich machen kann? Bremsen einfach noch strammer ziehen habe ich bereits probiert.


    -Kann jemand bestätigen, dass die Räder bei diesem Test und diesem Bremsentyp auch bei Rückwärtsfahrt blockieren müssten?


    Ich bin ziemlich deprimiert. Viel Zeit rein gesteckt und das Ergebnis passt nicht. :(

  • das muß ja auch so sein

    Ich vermute Du hast mich missverstanden. Das bezog sich alles auf Situationen mit gezogener Handbremse.


    Da sollte er sich nach meinem Verständnis weder per Hand (auch wenn ich mich am Auto abstütze) noch mit dem Auto nach hinten schieben lassen.


    Korrekt?

  • gugst du hier, da ist es erklärt, wann wie was passiert und bremst


    wenns bei dir nicht so ist, ist etwas falsch eingestellt oder du bedienst es nicht richtig, bzw hast falsche Vorstellungen von der Funktion


    oder erklärst es falsch, ich seh momentan kein Problem, kann mich aber auch täuschen

  • Einstellung werde ich am Wochenende erneut testen.


    Mein als Problem wahrgenommenes Symptom ist oben bereits ausreichend und simpel erklärt: bei gezogener Handbremse ist die Bremswirkung nach vorne zufriedenstellend, nach hinten aber deutlich geringer.


    Eben das ist laut der von Dir verlinkten Betriebsanleitung nicht ok.

    =Problem.

    Oder die info aus der Betriebsanleitung ist nicht korrekt, was ich aber nicht denke.

  • Ich sag mal so...

    Wenn ein Tüv Prüfer die Bremswirkung im Rückwärtsfahren konntrolliert , hat der nicht wirklich Ahnung.


    Jeder Anhänger Typ , der sagen wir mit angezogener Handbremse irgendwo steht , geht der Hebel weiter nach hinten bei Schub von vorne.(soll jedenfalls so sein)

    Das hat damit zu tun , das die Bremswirkung fester werden soll , wenn man zb im Berg steht , und er anfängt zu rollen.


    Wir wissen ja zb nicht , wie Fit Du in Bremsen einstellen bist. ob Du vielleicht da schon ein Fehler machst.

    Oder ob du den Auflaufweg zb richtig eingestellt hast.

    Oder zb nur diese kleine Scheibe (Nachstellkeil) Links und Rechts oder sogar noch Falsch rum drinn hast.


    Aber Fummelt ruhig weiter alle an Bremsen rum.

    So hab ich zumindest in meiner Gegend immer was zu tun , um solche Fehler dann rauszufinden.

    Meist ist die suche nach selbst eingebauten Fehlern , länger , als wenn man es direkt richtig gemacht hätte.

    Manche sagen ja auch nicht das sie selber probiert haben.


    Zitat

    Der Fehler sitzt meist davor


    Gruß

    Hepp

  • Jeder Anhänger Typ , der sagen wir mit angezogener Handbremse irgendwo steht , geht der Hebel weiter nach hinten bei Schub von vorne.(soll jedenfalls so sein)

    Auch bei diesem Bremsentyp? Ohne Gasfeder oder Federspeicher?

    Bei mir bewegt sich der Hebel nicht und auch nah mehreren Metern erhöht sich die Bremskraft nicht.

    Oder zb nur diese kleine Scheibe (Nachstellkeil) Links und Rechts oder sogar noch Falsch rum drinn hast

    Sind korrekt eingelegt

    Ich sag mal so...

    Wenn ein Tüv Prüfer die Bremswirkung im Rückwärtsfahren konntrolliert , hat der nicht wirklich Ahnung.

    Auch wenn diese Kontrolle so nicht üblich ist, sie hat gezeigt dass mein Hänger nur in eine Richtung richtig bremst.


    nach hinten mußt halt auch deutlich fester anziehen, das ist normal

    Auch wenn ich mich auf die Deichsel stelle und mit aller Gewalt beidhändig den Hebel spanne reicht es nicht. Selbst wenn ich den Hebel mit einem Spanngurt nach hinten spanne und somit den maximalen Zug unabhängig von den Rasterpunkten erhalte reicht es nicht.

    ------


    Die verlinkte Bedienungsanleitung habe ich nochmals komplett gelesen und auch verstanden


    Die Einstellungen habe ich nochmals alle mehrfach nach Handbuch neu gemacht.


    Könnte es evtl. an verschlissenen Trommeln liegen? Kennt jemand das Sollmaß oder wo finde ich das, um zu Prüfen ob dies so ist?


    Ansonsten könnte ich noch die Beläge wechseln, auch wenn ich hier optisch keine Mängel oder relevanten Verschleiß erkennen kann.


    Die Rolle die vom Nachstellkeil zwischen die Beläge gedrückt wird hat in der rundum vorhandenen Vertiefung zwei plane Flächen. Ich gehe davon aus, dass die Rolle so eingesetzt wird, dass die Enden der Beläge hierauf plan aufliegen sollen. So war es auch eingebaut bevor ich sie zerlegt hatte. Da ich dazu nirgends eine bebilderung oder Hinweis gefunden habe und alte Fragen anderer dazu unbeantwortet blieben schreibe ich es hier trotzdem. Falls das anders sein muss bitte Info!



    Ja, "der Fehler sitzt meist davor"! Vielleicht auch in diesem Fall! Eben weil ich daran glaube dass es Menschen gibt die mehr davon verstehen als ich schreibe ich ja hier in dieses Forum, um herauszufinden was bei mir nicht stimmt oder was ich Falsch mache.

  • Selbst wenn ich den Hebel mit einem Spanngurt nach hinten spanne und somit den maximalen Zug unabhängig von den Rasterpunkten erhalte reicht es nicht.

    Der Hebel wird hochgezogen und gut. Alles was mit Gewalt zu tun hat ist falsch !

    Das Trommeln zu sehr verschlissen sind, beim Anhänger,wird sehr,sehr selten vorkommen und dann sollten wenigstens die Beläge runter, bzw. verglast sein. Es sei denn die wurden schon man gewechselt. :/

    D.h., wenn in der Bremse alles i.O. ist dann muß die Ursache außerhalb liegen.

    Andererseits verstehe ich deine Ausführungen irgendwie nicht. Verstehe ich das richtig, daß du die Bremswirkung testest bei gezogenem Bremshebel ??

    Ansonsten ist es doch völlig normal, daß rückwärts die Bremswirkung kleiner ist, als vorwärts. Das auflaufen der Backen verstärkt die Bremswirkung vorwärts, rückwärts aber nicht.

    Diese Bremse, im speziellen, kenn ich leider nicht. Aber allgemein, alle möglichen Sorten Trommelbremsen.

    Vielleicht hab ich auch was falsch verstanden.

    Im Zweifelsfall schmeißt du halt die Backen raus.

    Verjüngt sich die Stärke der Beläge ?

    -Egal wie tief man die Messlatte für den menschlichen Verstand ansetzt, jeden Tag kommt jemand und marschiert aufrecht drunter durch.

  • Auf den obersten Bild ist ein Stück Trommel zu sehen.


    Die Dicke scheint ausreichend.



    Zitat

    Die verlinkte Bedienungsanleitung habe ich nochmals komplett gelesen und auch verstanden

    Wenn ich das mit dem Spanngurt Lese , glaube ich das nicht. :bigggrins:


    Gruß

    Hepp

  • Wenn ich das mit dem Spanngurt Lese , glaube ich das nicht. :bigggrins:

    Doch. Dass der Spanngurt natürlich keine Lösung sein kann ist mir ja klar. Aber mangels Ideen und Tips versuche ich halt alles das mir auf der Suche nach der Ursache helfen könnte, egal ob es mir gleich schlüssig erscheint oder nicht. Und es war zeitgleich der "Beweis", dass es nicht daran liegt dass ich den Hebel nicht richtig ziehe, wie ja oben spekuliert wurde.

    Das Trommeln zu sehr verschlissen sind, beim Anhänger,wird sehr,sehr selten vorkommen und dann sollten wenigstens die Beläge runter, bzw. verglast sein. Es sei denn die wurden schon man gewechselt. :/

    Und wie bestimme ich, ob dieser seltene Fall bei mir eingetreten ist? Ich bin nicht der Erstbesitzer. Ich weiß nicht ob oder wie oft die Beläge schon getauscht wurden.


    Auf den obersten Bild ist ein Stück Trommel zu sehen.


    Die Dicke scheint ausreichend.

    Wäre das bei einer verschlissenen Trommel so auffällig, dass man das so simpel erkennt?


    Im Zweifelsfall schmeißt du halt die Backen raus.

    Verjüngt sich die Stärke der Beläge ?

    Nein, die Belagstärke ist gleichmäßig.


    Verstehe ich das richtig, daß du die Bremswirkung testest bei gezogenem Bremshebel ??

    Ja. Wenn der Hänger abgehängt steht soll eine gezogene Bremse auch ein rollen nach hinten verhindern. Meine anderen Hänger tuen bzw. taten das auch. Kontrollieren kann man das selbstredend nur bei gezogener Bremse. Bisher hatten das auch an anderen Anhängern bei mir alle TÜV-Prüfer (4 oder 5) kontrolliert.

    Bei diesem Hänger habe ich durchaus auch nach hinten eine ganz deutliche Bremswirkung. Aber mit viel Anstrengung bzw. spätestens zu zweit kann man den Hänger auch bei komplett gezogener Bremse nach hinten schieben. Meine TÜV Prüfer akzeptieren das nicht, die Bedienungsanleitung sagt auch dass nach überwundenem Lüftspiel die Bremse nach hinten wirken soll wie nach vorne und hier habe ich bisher keine klare Aussage dazu bekommen dass diese Aussagen falsch sind und meine Bremse ok ist. Daher gehe ich noch davon aus, dass ein Problem vorliegt.


    Kann mir denn nun jemand zumindest bestätigen oder verneinen dass hier ein Problem vorliegt? Die Symptome habe ich ja mittlerweile oft und ausführlich beschrieben. Entweder das beschriebene verhalten ist bei dieser Bremse im gegensatz zu anderen Modellen normal oder eben nicht...


    Vorausgesetzt es ist nicht normal und es kommen keine anderen Hinweise werde ich als nächstes die Beläge tauschen.

  • Ich denke in den letzten 20 Jahren sind die Beläge nicht gewechselt worden.

    So lange hab ich zumindest schon keine genieteten Beläge gesehen.

    Mit dem Maß der Trommel (min/max) kann ich dir auch nicht weiter helfen, stimme Hepp da aber zu.

    Was man auf dem Bild erkennen kann ist die kaum eingelaufen und hat keinen Kragen/Rand.

    Ich würde die Beläge wechseln und dann zu einem anderen Prüfer fahren!

    Es kann nie schaden sich eine zweite Meinung einzuholen! ;)

    Gruß

    Harald


    Zum Glück bin ich anders als die Anderen! :pfeif:

  • Mein Kollege hatte heute zufällig einen Anhänger mit Peitz wegen der Bremse da...


    Bremswirkung nach vorne war so bei 3 Rastzacken des Bremshebels vorhanden.

    Zurück ging es noch ohne Probleme.


    Bei 5 Rastzacken des Handbremshebel ging das auch mit 2 Personen dann nicht mehr.


    Gruß

    Hepp

  • Ich denke in den letzten 20 Jahren sind die Beläge nicht gewechselt worden.

    So lange hab ich zumindest schon keine genieteten Beläge gesehen.

    Mit dem Maß der Trommel (min/max) kann ich dir auch nicht weiter helfen, stimme Hepp da aber zu.

    Was man auf dem Bild erkennen kann ist die kaum eingelaufen und hat keinen Kragen/Rand.

    Ich würde die Beläge wechseln und dann zu einem anderen Prüfer fahren!

    Wir hätten soweit ich das gesehen hab , noch welche da zum Nieten. :biggrins:

    Mit den Orginalen Kupfernieten.

    Wenn Wir keine "neuen" da hätten , und der Kunde direkt fahren muß... (ja das kommt sehr oft vor , das viele Kunden den Anhänger nur 1 Tag oder so entbehren können) würde ich die draufmachen.


    Dicke der Trommel und der Beläge scheint mir beides aber noch Ok.

    Beides ordentlich anschleifen , und denke das geht.


    Ich vermute weiterhin das irgendwo anders der fehler ist , welchen wir von hier aus nicht einschätzen können.


    Gruß

    Hepp