Hi,
wie der Mani schon geschrieben hat, bringen die Stoßdämpfer als Mittel gegen das Hoppeln im Leerzustand wenig bis gar nichts. Besonders bei kleinen Anhängern ist das aber auch nicht wichtig. Insbesondere bei Anhängern ohne Bremse. Die Frage bleibt also, wieso soll ich hydraulische Stoßdämpfer installieren, wenn sie keinen Nutzen haben?
Der Nutzen ist sicher, dass
- es gut aussieht,
- es Prestige bedeutet,
- die Stoßdämpferhersteller ein Auskommen haben,
- die Firmenchefs sich einen Porsche leisten können,
- die Arbeitnehmer ein Einkommen haben,
- die Wirtschaft angekurbelt wird
- und meine Rente dadurch sicher ist.

…Nein?
Na gut, das war Blödsinn.
Die Stoßdämpfer erhöhen die Sicherheit aber tatsächlich. Stell Dir einen langen schweren Anhänger vor (2500 kg, 5 m Aufbaulänge, hoher Schwerpunkt) und ein Zugfahrzeug mit ca. 2,7 m Radstand und einer Masse von 2000 kg. Mit diesem Gespann fährst Du mit einer Geschwindigkeit von 75 km/h über eine Bodenwelle. Erreicht das Auto die Bodenwelle, wird sich die Deichsel des Anhängers heben und senken: Der Anhänger wird zu einer Nickbewegung (Schwingung) angeregt. Damit verbunden ist auch ein Schlingern, da das Auto nicht 100%-ig seine Spur halten wird. Erreicht der Anhänger die Bodenwelle, hebt und senkt sich er und wird so zu einer Schwingung angeregt. Schlinger- wie auch Nickschwingung müssen nun abgebaut (Dämpfung = Umwandlung in Wärme) werden, sonst addieren sich die Schwingungen bei der nächsten Bodenwelle und das Gespann havariert.
Seitens des Anhängers setzten die Hersteller auf die Werkstoffdämpfung in der Gummifederung. Diese Dämpfung ist gut und in der Regel ausreichend. Eine deutliche Verbesserung schafft aber ein zusätzlicher RICHTIG DIMENSIONIERTER Stoßdämpfer. Seitens das Zugwagens übernehmen ebenfalls Stoßdämpfer (+Federn) diese Aufgabe.
Besonders problematisch ist das Schlingern für die Sicherheit. Es ist dafür verantwortlich, dass man das Fahrzeug nicht mehr in seiner Spur halten kann und die Straße ungewollt verlässt oder in Kombination mit Nicken das Gespann umfällt.
Wer möchte kann eine Schlingerkupplung einbauen, die ebenfalls diese Schwingungen abbaut. Leider sind den Schlingerkupplungen aufgrund ihrer Einbauposition und Bauart Grenzen gesetzt.
Ein Drehschemelanhänger wird in diesem Fall kaum schlingern, da er vorne und hinten Seitenführung besitzt. Nickbewegungen könnten vorne und hinten an den Achsen besser abgebaut werden.
Warum springt der leere Anhänger genauso wie ohne Dämpfer?
Die optimale Dämpfung (Abbau von kinetischer Schwingungsenergie) erfordert eine bestimmte Dämpfungskonstante bei einer bestimmten „Schwingungsgeschwindigkeit“ und einer bestimmten Masse des Schwingers (nicht swinger!).
Die im Dämpfer der Schwingung erzeugte Gegenkraft ist bei einem leeren Anhänger zu hoch. Daher erlaubt der Dämpfer dem Anhänger nicht einzufedern: Resultat: Keine Verbesserung. In diesem Zusammenhang sollte auch auf die richtige Einbaulage des Dämpfers geachtet werden, da er eine Zug- und eine Druckstufe hat.
Bei kleinen Anhängern und schweren Zugfahrzeugen wird es dem Anhänger nicht so leicht gelingen, diese Schwingungen auf das Auto zu übertragen. Das Auto übernimmt für beide Fahrzeuge die Dämpfungsaufgabe. Daher ist der Nutzen hier geringer.
Fazit:
Dämpfer sind zwar nicht so wichtig wie meine Rente aber auch nicht immer schlecht. 
Gruß
Gerhard