Beiträge von Gerhard2

    ... mir ist da noch etwas in den Sinn gekommen:

    • Welche Gründe bewegen Dich zur Eigenfertigung? Warum nicht einfach einen kaufen?
    • Ein Tridem kann auch schön sein. Der würde sich z.B. für eine wesentlich einfachere Blechkonstruktion anbieten.
    • Ist der Einsatz fast ausschließlich der Transport von Fahrzeugen? Wenn ja und selbige auch noch sehr schwer sind, dann ist ein Drehschemel sicherlich besser, mit all seinen Nachteilen. Man muss einfach keine Angst haben, dass aufgrund einer Windböe oder einer Bodenwelle das Gespann nicht mehr zu kontrillieren ist. Zudem ist es bei sehr großer Länge schwierig die richtige Stützlast einzuhalten .
    • Ein Drehschemel lebt von seiner Länge. Je länger, desto besser das Fahrverhalten. Beim Tandem oder Tridem ist es umgekehrt.
    • Welche Nutzlast ist erforderlich?
    • Ist es Dir wirklich absolut ernst mit dem Bau, können wir Dir hier auch noch ein paar Tipps zu Dimensionierung o.ä.
    • Die Kupplungshöhe von Auto und Anhänger darf auch bei einem Drehschemel einen gewissen Höhenunterschied nicht überschreiten, sonst bremst er nicht mehr richtig.
    • ...

    Hi,


    ganz Recht, eine V-Deichsel ist um ein vielfaches stabiler in Richtung der Fahrbahn. Somit wirkt sie einem Aufschaukeln besser entgegen. Aber auch Rohrdeichseln kann man so ausführen, dass sie ein hohes Widerstandsmoment in allen drei Dimensionen haben. Auch wenn es rechnerisch vielleicht nicht an die V-Deichsel heran kommt, ist das auf einem Niveau, das keinen Unterschied mehr im Fahrbetrieb erkennen lässt. Diese größere Variablilität (z.B. Höhenverstellung) wird allerdings durch ein meist etwas höheres Gewicht erkauft.


    Gruß
    Gerhard

    Ich versteh sowieso nicht, warum ein Drehschemel schwerer sein soll als ein Zentralachser. Allein schon von der logik her kann der rahmen beim drehschemel deutlich schwächer dimensioniert werden als beim zentralachser.... Vom Gewicht her Tendiert es natürlich eher zum 2 Achser. Der 3 Achser ist Technich natürlich schöner. ...


    Hi,


    der 3-Achser muss nicht zwingend deutlich schwerer werden als der 2-Achser. Zwei schwere Achsen haben nicht mehr Masse als drei leichte. Bleiben dann noch die Räder, was unter dem Strich ein geringes Mehrgewicht gibt. Dafür ist beim 3-Achser die Lastverteilung auf die Achsen günstiger. Daher könnte theoretisch hier wieder etwas gespart werden beim Rahmen aufgrund des kleineren Biegmoments.
    Einen Tandem sehr leicht zu bauen ist wesentlich einfacher als einen Drehschemel, da dort einfach viel weniger Bauteile notwendig sind. Eine Sache die viele nicht genau einschätzen können ist die Torsion beim Drehschemel auf unebener Fahrbahn. Außerdem werden Drehschemel häufig zuladungsmäßig misshandelt (man muss sich ja kaum Sorgen wegen Schlingern machen). Daher werden diese Anhänger oft richtig stabil ausgeführt.


    Gruß
    Gerhard

    Hi,


    für die Stützen würde ich Rohre nehmen, die man ineinander schieben kann. Um die Position zu arretieren kommt ein Bolzen durch. Das Heben und Senken geschieht über vier preiswerte Hydraulikwagenheber. Günstiger und wirkungsvoller denke ich geht kaum.
    Über die Dimensionierung der Profile kann man erst spekulieren, wenn die Rahmengeometrie bekannt ist. Also ein kleine Skizze wäre nicht schlecht.


    Gruß
    Gerhard

    Hi,


    Zitat

    Welches Rahmenmaterial sollte man verwenden ?
    Ich hatte da so an 80 x 60 x 5 Rechteckrohr gedacht.


    Ich fürchte, das ist nicht so super geeignet, wenn auch möglich. Eine einfache und wirksame Lösung wäre die Profile selbst zu kanten. Eine Gesenkbiegepresse ist dafür nicht unbedingt notwendig, eine einfache Abkantbank mit mind. 2 Metern genügt.

    Zitat

    Welche Vorteile hat man wenn man hinten eine Tademachse hat ?


    Der Anhänger ist weniger kippelig beim Rangieren oder in engen Kurven. Außerdem wird das Fahrverhalten am Auto ruhiger.


    Gruß
    Gerhard

    Schade.
    In meinem Fachbereich bekomme ich von jedem (Norm-)Teilelieferant 3D-Daten frei im Internet. --> traceparts Natürlich ohne die kleinen Geheimnisse aber so detailiert das die Einbauräume perfekt dargestellt werden. Bekomme ich sowas nicht dann nehme ich eben einen anderen Hersteller. Aber hier merkt man wohl das es viel weniger echte Anhängerbauer gibt als Anwender in meinem Bereich.


    Hi,


    ja, is (noch?) nicht so verbreitet. Aber bevor man lange auf Suche geht, würde ich einfach einen Dummy modellieren. Wenn´s auch noch gut aussehen soll einfach ein Abziehbild auf die Oberflächen legen.


    Gruß
    Gerhard

    Hi,


    einen "Kofferverkaufsanhänger" mit Klappe, Theke, Tür, Einrichtung, Straßenzulassung usw. für unter €3000,- zu fertigen ist praktisch kaum möglich. Wenn es so low budget werden soll, würde ich einen Bauwagen empfehlen. Wenn das Teil so mehr oder weniger auch ein Bauwagen bleibt, kann der auch auf öffentlichen Straßen zulassungsfrei mit 25 km/h umgesetzt werden. Auch vom Gewicht für die Einrichtung ist da Reserve drin. Und 2x im Jahr findet sich bestimmt jemand mit einem Lkw.


    Gruß
    Gerhard

    Hi,


    Zitat

    Du meinst ich brauche ein Materialzeugnis vom Vierkantrohr und eine Berechnung ob dieses Rohr in dieser Dimension die Belastung verträgt, richtig? Bezieht sich das nur auf die Deichsel oder auf den gesamten Rahmen?


    Ein Festigkeitsnachweis des Aufbaus ist nur bedingt (je nach Aufbau- und Verwendungszweck) notwendig. Ein Festigkeitsnachweis in dem alle möglichen Verwendungen erfasst werden, macht auch keinen Sinn und würde jeden Anhänger so schwer machen, dass man nicht mehr viel Nutzlast hat.
    Also: Für den Rahmen ein Eher nicht. Eine Deichsel, die nicht wesentlicher Bestandteil des Rahmens ist, selbst zu fertigen würde ich nicht tun, da hier tatsächlich ein umfangreicher Festigkeitsnachweis nötig ist. Die Dinger gibt es aber in allen möglichen Variationen schon fertig zu kaufen.
    Herausforderung ist in meinem Augen nicht nur eine technische Abnahme, sondern vielmehr die Einrichtung so zu gestalten, dass es zweckmäßig ist und auch das Gesundheitsamt sein o.k. gibt.


    Als Tip würde ich Dir mitgeben, über einen Aufbau auf einem fertigen Fahrgestell oder Plattformanhänger nach zu denken. Der Aufwand wird so deutlich geringer. Wenn dies aber ein zu großer Kompromiss für Höhe, Raum, Einrichtung usw. ist, würde ich das Konzept von fertigen Anhängern stark in Betracht ziehen. Die einfachste Variante wäre es auf einen Anhänger eine Verkaufbude zu laden. So kann der Anhänger evtl. auch mal wieder einen anderen Zweck erfüllen.


    Gruß
    Gerhard

    Hi,


    ich fürchte, da hat der Mani Recht: So große Walzen kann man da nicht montieren.
    Eine Auflaufbremse funktioniert nur stabil, wenn auf die Kupplung eine gewisse Auflaufkraft drückt. D.h. der Anhänger bremst also schwächer als das Auto. Je größer der Rad-Ø, desto schlechter die Anhängerbremswirkung. In der [definition='1','0'][/definition] wird u.a überprüft, ob die max. zul. Auflaufkraft von 10% der Anhängergesamtmasse (Drehschemel 6,7%) nicht überschritten wird.


    Gruß
    Gerhard

    Hi,


    Zitat

    Das ist auch keine gesetzliche vorgabe, und für den PKW Anhänger auch nicht so ohne weiteres anwendbar, denn ein PKW anhänger der herkömlichen art hat gar nicht die notwendigen verankerungen.


    nun, wenn der Anhänger keine ausreichenden Verankerungen hat, dann ist er halt auch leider nicht für den / diesen Transport geeignet und man muss eine anderes Fahrzeug nehemen.


    Gruß
    Gerhard

    Hi,


    Zitat

    Dann ist der aber über 3,5t !


    Jep. Ich hab eine seltene Kombination aus Auto und Anhänger: Ersteres ist ein Toyota-Geländewagen, zweiteres ist ein Anhänger mit Druckluftbremse und ABS (Wabco). Vom Aussehen ist es aber eher ein Pkw-Anhänger.


    Zitat

    Aber trotzdem hast DU bas auch bei großen Anhängern oft, dass gerade bei Sattelzügen oder auch bei Gliederzügen, wo Zugfahrzeug und Anhänger immer als Gespann fahren einmal bei einem Fahrzeug die HU vorgezogen wird, damit der Halkter nur einmal vorzuführen braucht. Das hat Du an Zeitersparnis wieder drin.


    Damit hast Du möglicherweise nicht ganz Unrecht. In meinem Fall ist es jedoch so, dass keine gewerblichen Transporte damit gemacht werden. Daher habe ich auch kein EG-Kontrollgerät oder einen Fahrtenschreiber. Die Transporte bewegen sich in einem Umkreis von nicht mehr als 35 km. Hauptsächlich auf (eigener) forstwirtschaftlicher Basis. Und: 2-3x im Jahr Schrott aus den Werkstätten fahren. Der Rest ist das Übliche: Mal ein Auto, ein kleiner Umzug, zum Baumarkt,... Die Häufigkeit der Transporte ist ebenfalls in keinster Weise mit einem Tranportunternehmer zu vergleichen. Es macht also keinen Sinn für mich einen Stundensatz für die Vorführung zur Hauptuntersuchung anzusetzen.
    Auf der anderen Seite verringern sich die Betriebskosten auch für einen Transportunternehmer, wenn er/sie die HU-Intervalle etwas streckt. Bei einem Lastzug sogar dann doppelt. Für die (wirtschaftlich orientierten) Prüfunternehmen bedeutet das natürlich weniger Einnahmen.


    Gruß
    Gerhard

    Hi,


    mir ist dazu noch etwas eingefallen: Was macht eigentlich ein gutes Zugfahrzeug aus?


    Platzangebot (wie VW Bus, Renault Trafic, ...)
    viele Sitzplätze (z.B. Kleinbus)
    hohe Anhängelast (z.B. > 3000 kg)
    Kompaktheit wie Pkw
    großer Kofferraum
    niedriger Kraftstoffverbrauch
    Komfort (Klimaauomatik, gute Sitze, leise, gute Federung, ...)
    Fahrlesitungen ( Vmax z.B. > 170 km/h)
    "richtiger" Allrad (permanent oder zuschaltbar - Pferdebesitzer?)
    Höchste Robustheit (Leiterrahmen, Starrachsen, Gummimatten statt Teppich, ...)
    Maulkupplung-Wechselsystem
    Automatik-Getriebe
    Getriebeuntersetzung
    Übersicht, hohe Sitzposition
    große Türen
    Aussehen
    Prestige
    "Umweltverträglichkeit"
    Sicherheit wie z.B. Anhänger-ESP?


    Vieles trifft auf meinen alten LC leider nicht zu. Ist es dennoch ein gutes Auto?


    Gruß
    Gerhard

    ... für die Sicherung eines Fahrzeugs gelten doch die gleichen Spielregeln wie für jede andere Ladung auch: 80% der Gewichtskraft nach vorne, 50% nach hinten und zur Seite sind zu sichern. Die Kräfte treten nicht gleichzeitig auf.
    Bei einem nicht gebremsten Auto mit 1500 kg sind das also etwa 11,8 kN. Ist der Zurrwinkel >0° (war er ja sein muss), wäre also im ungünstigsten Fall ein "2 t-Gurt" einfach oder ein "1 t-Gurt" doppelt ausreichend.


    Gruß
    Gerhard

    Damit hast du zwar die Masse des Fahrzeuges gesichert, aber noch nicht die Beschleunigungskräfte im Falle eines Crachs abgefangen.


    Hi,


    das wäre natürlich das Beste. Leider ist das halt praktisch nicht möglich. Der Gesetzgeber verlangt das übrigens ja auch nicht.


    Gruß
    Gerhard

    könntet ihr eigentlich einen Van von einem japanischen oder koreanischen Händler empfehlen oder würdet ihr generell die Finger von Kia oder Toyota lassen?


    Hi,


    ich persönlich habe keine spezielle Präferenz für eine bestimmte Marke. In Zeiten der Globalisierung ist es auch schwierig, denke ich, Qualität einfach nur an einem Herstellernamen fest zu machen, zumal sich die Kernkompetenzen der Automibilhersteller von Motor (selten auch Getriebe und Achen) und Karosserie mittlerweile auf Karosserie und sonst nix mehr reduziert haben. Selbst die Lenkung oder der Antriebsstrang wird heute z.B. komplett von INA konstruiert und gefertigt. Die Fertigungs- und Wertschöpfungtiefe von einem Hersteller an einem Personenwagen ist heute extrem gering.
    Einzelne Modelle haben aber sicher noch nach wie vor ihre Stärken und Schwächen. Lebenswandel und Infrastruktur im Produktionsland spielen für die Qualität sicher auch eine nicht unerhebliche Rolle. Die Japaner sind z.B. besonders akribische, fleißige Werker. Bei meinem alten Landcruiser habe ich auch das Gefühl, gute Qualität bekommen zu haben. Ich kenne einige, die das gleiche Modell mit weit mehr als 700.000 km ohne einen nennenswerten Defekt. Bei anderen Toyota-Modellen bin ich mir da nicht mehr so sicher. Liegt es daran, dass sie nicht in Japan gebaut worden sind? Bei unseren Herstllern in Deutschland ist es ähnlich.
    Zudem ist ein Pkw ein ganz besonderes Produkt: Hoch komlex, extrem individuell und doch so standardisiert und unglaublich konstruktiv und fertigungstechnisch tief. Und: Hoch emotional.


    Gruß
    Gerhard