Hi,
ich hab den Fred nochmal von Anfang an überflogen und gesehen, dass häufiger Fahrzeuge transportiert werden sollen. Für diesen Zweck gibt es keine bessere Lösung als einen Drehschemel. Man kommt damit nie in die Situation in die Hose zu machen, weil der Anhänger hinten dran einen Kriegstanz aufführt. Nachdem bei einer zul. Höchstgeschwindigkeit von mehr als 25 km/h alle Räder gebremst sein müssen ist die Gefahr des Knickens auch sehr gering.
Bleiben also auf der Soll-Seite der höhere Preis im Vergleich zum Tandem und die Übertragung der Nickbewegung auf das Zugfahrzeug. Letzteres kann sehr störend sein und ist auf Dauer auch nicht so gut für das Material. Allerdings kann man Letzteres gut in den Griff bekommen. Meine Erfahrung ist, dass sich die Hersteller dessen bewußt sind, es ihnen aber letzt endlich ziemlich wurscht ist. Beispiel: Ich hatte vor einigen Jahren ein Gespräch mit einem Konstrukteur der Fa. Knott (Trailer). Ich hatte einen Vorschlag, wie man durch eine geringe konstruktive Änderung an der Auflaufeinrichtung für Drehschemel der Fahrkomfort deutlich verbessern könnte. Mehrkosten in der Herstellung damals etwa 1,- DM. Er erfahren, ich jung und unerfahren. Seine Antwort war sinngemäß etwa so: Das weiß ich schon Junge, aber man muss einfach wissen, was man will. Mehr als 15 Jahre danach habe ich auch verstanden, was er mir sagen wollte.
Deswegen kann ich Dir nur raten, für den Kauf etwas Zeit zu gönnen, die Angebote laufen Dir nicht weg. Für die Checkliste Haben/Soll fällt mir im Moment erst mal folgendes ein:
- Ist die Deichsel evtl. Auflaufeinrichtung von Knott?
- Auch wenn es sich banal anhört, ist ein vernünftiger Federschuh/Bolzen verwendet worden? (Ich habe tatsächlich schon mal eine Schraube an dieser Stelle gesehen!!!!!)
- Stimmt die Deichselhöhe?
- Je näher der Gelenkpunkt der Federverbindung am Drehkranz ist, desto besser ist das Fahrverhalten. Nachteil ist aber, dass die Deichsel beim Einlenken am Rahmen angehen kann.
- Die Vorderachse sollte so weit nach vorne wie möglich!
- Geht die Mittelachse der Vorderachse durch die Mitte des Drehkranzes? Alles andere ist übel!
- Alko-Achsen haben die beste Dämpfung. Die Wahl der richtigen Achse hängt aber auch von der weiteren Konstruktion ab. Sind keine Dämpfer oder zusätzlichen Federungselemente verbaut, wäre eine gute Wahl vorne Alko Compact 1500 kg, hinten 2x 1300 kg. Mit den Zusatzfedern wäre die beste Wahl die 1300 kg Euro Plus.
- Wenn die Nutzlast immer deutlich "ausgereizt" ist, kann man mit der Achswahl auch auf 1800 kg gehen, was aber den Preis nach oben treibt.
- Stimmt die Anordnung der Hinterachsen?
- Sind grundsätzlich Dämpfer dran?
- Die Länge des Kastens sollte bei einem 3-Achs-Drehschemel nicht unter 5 m sein. (Länge läuft)
- Muss der Boden 21 mm sein oder sind 18 genug? Wie ist der Unterbau?
- Ein Fachwerk bietet höchste Stablität bei kleinem Gewicht.
- Der Rahmen sollte nicht zu torsionsweich sein (Schlingern). Hinter dem Drehkranz muss aber ein wenig Torsion möglich sein. Der Unterbau für den Drehkranz muss steif sein.
- Welche Radgröße möchte ich?
- Sind ausreichend Zurrmöglichkeiten an der richtigen Stelle in der richtigen Dimension? Stichwort Fahrzeugtransport?
- Können Rampen eingehängt werden?
- Rampenschacht?
- H-Gestell?
- Sind die Bordwände hoch genug und können sie leicht abgenommen werden?
- Mittelrunge?
- ...
Der Hulco hat schon einiges auf der Habenseite, es geht aber besser. Evtl. kann man ja auch noch etwas nachbessern. Die Frage ist aber wer? was? wie teuer? Und, ich wiederhole das nochmal, man muss wissen, was man will.
Gruß
Gerhard