Servus,
klingt interessant - und entfernt erinnert das mich an mein Projekt von vor paar Jahren, wo ich einen Camper gebaut hab, der auch vorne eine Ladeplattform hat. Zwar nicht fürs Mopped, aber für zwei Fahrräder und Kram. Und die Fragen, die du dir da stellst, kommen mir überraschend vertraut vor.
Zunächst einmal Lesestoff, wo ich das Thema damals hier begleitet hatte: mein Selbstbau (Squaredrop-) Wohnanhänger
Dann zu deinen Fragen:
- Die Stützlast ist ein Riesenthema, ja. Hatte mich auch eeeewig begleitet. Ich dachte, ich bin besonders schlau und mache mehrere Löcher/Positionen in die Auflage und kann dann zur Not die Achse verschieben. War aber insofern nicht so schlau, als dass ich dann tatsächlich mit der Achse weiter nach hinten gekonnt hätte (für mehr Stützlast), aber dann die Räder die Tür blockiert hätten. Also hatte ich es mit umräumen probiert, reichte nicht, und zuletzt dann doch den Vorderwagen komplett umgebaut. Seither ist gut. Grundsätzlich hast du drei Stellhebel: Position der Achse, Position der Komponenten sowie Gepäckstücke und Länge der Deichsel, und damit geht das Spiel halt los. Wenn du mit zu hoher Stützlast rechnest, machst du halt einen längeren Zugholm rein und schon hilft dir das Hebelgesetz...
- Zur Abnahme: Lass es mich schonend sagen: Die Kosten dafür sind nicht dein Problem bei so einem Projekt...
In Zahlen: Bei mir (aber das ist ein ungebremster, der macht weniger Aufwand) war der Zulassungskram mit allem Pipapo (Kurzzeitkennzeichen plus Schild, Einzelabnahme, Wiegeschein, Zulassung plus noch ein Schild und alles, was ich jetzt vergesse) irgendwo bei 300-400€. - Zu Achse, Deichsel, Klemmschale, Stützrad etc. gibt's nicht so viele verbreitete Hersteller, mir fallen gerade nur Knott und Alko ein. Und woher du die Sachen dann bestellst, ist von der Ware her egal. Manche Shops machen halt mehr Theater, manche weniger.
Dann noch paar Gedanken, die mir so auffallen:
- Preis: 1500€ find ich viel zu niedrig angesetzt. Rahmenmaterial eher 500-700€, dann Verzinken 300-500€ dazu. Fahrwerksteile eher deutlich vierstellig, gerade gebremst und wenn es unbedingt gedämpft sein soll. Dann wird die Anpassung der Qek-Kabine Kosten verursachen, ggf. brauchst du auch Sachen wie Kurbelstützen (+400€) oder Beleuchtung/Elektrik (+200€) oder Kotflügel (+100€) neu am neuen Fahrgestell. Dann brauchst du Rampen zum Verladen der Moppeds und irgendwas, um die gescheit (vor allem quer) zu sichern undsoweiterundsofort. Ich würde das eher so um die 4000-5000€ ansetzen - aber nur, wenn alles wie geplant klappt.
- Eine vorherige Abstimmung mit einem Prüfer ist extrem ratsam. Und überhaupt einen zu finden, der das will und vor allem darf!
- Wie stellst du dir das generell vor, mit Rahmen unterm Qek? Ich meine, der hat ja die Räder in den Rahmen integriert (wie Wohnwägen halt) - wenn du einen Rahmen drunterstellst, sind die Räder ja nicht mehr in der "Vertiefung" des Qek. Denkst du da an einen Hochlader oder einen Tieflader? Falls Hochlader, ist dir klar, dass die Hütte dann deutlich höher kommt, mit allen Nachteilen (Höhe, Einstieg)? Falls Tieflader, kollidieren dann nicht die Räder mit irgendwas des Qek, z.B. der Tür) und dir ist klar, dass der Anhänger dann die erlaubten 2,5m Breite ausreizen wird? (Mit allen Nachteilen damit)
Ich will's dir nicht zerreden. Ich find so was cool. Aber ich kann auch aus eigener Erfahrung sagen, dass so ein Projekt riesig ist und man es am Anfang um Größenordnung unterschätzt. Ich bin bis heute mega stolz, dass ich es durchgezogen und hinbekommen hab, aber ich würd's mir nicht nochmal antun...
Grüße
Raph