Eigenbauanhänger verkaufen und keine Haftung übernehmen, geht das ?

  • Hallo zusammen,
    ich bin neu hier im Forum und belaste euch gleich mit einer Frage die mich schon länger beschäftigt. Ich habe einen Anhänger selbstgebaut und will den jetzt loswerden, da ich ihn nicht mehr benötige. Da ich den selbst gebaut habe, und ich auch als Hersteller im Brief stehe wollte ich fragen wie es ist wenn ich den verkaufe und der Käufer einen Unfall baut. Kann mir so Teilschuld oder Ähnliches auferlegt werden? Ich möchte mich nach dem Verkauf voll der Haftung entziehen. (der Hänger is ordentlich gebaut, und es nur um das rechtliche dabei). Geht das ? Wenn ja wie ?


    würd mich freuen wenn ihr mir helfen könnt.


    Gruß


    Tri-Fre4k

  • Hallo

    Die Frage kannst Du Dir eigentlich ganz einfach selbst beantworten

    denk mal nach wie es aussieht wenn Du Dein Auto verkaufst?

    privater PKW, an Privat oder Gewerblichen, kannst Du die Haftung ausschliessen

    geschäftlich genutzter PKW, an Privat, 2 Jahr Haftung auf ein Jahr reduzierbar (wie ein Händler, auch wenn Du z.B. Bäcker bist)

    an anderen Gewerblichen, da liegts an dem Vertrag unter Euch

    Als Hersteller gilt die Produkthaftung, aber wenn Du den Hänger damals für Dich privat gebaut hast, dann dürfte das egal sein

    im Internet habe ich dazu folgendes gefunden:

    Von der Produkthaftung sollen nur professionelle Hersteller erfasst werden. Falls jemand sich auf eine private Tätigkeit berufen will, so hat der Hersteller nachzuweisen, dass er das Produkt weder für den Verkauf oder eine andere Form des Vertriebs mit wirtschaftlichem Zweck hergestellt noch im Rahmen seiner beruflichen Tätigkeit hergestellt oder vertrieben hat (Hobby, Bastelei). Diese Haftungsbefreiung ist auch notwendig, sonst würde bspw. jedes aus Drittstaaten mitgebrachte Reiseandenken unter die Richtlinie fallen und der Reisende würde als Importeur der Produkthaftung unterliegen.

    (Dies ist keine Rechtsberatung, bei zweifeln bitte einen Anwalt fragen)

    Gruß Mani

  • Hallo und danke für die schnellen Antworten. Ist es dann also so:


    Ich verkaufe meinen Anhänger an Käufer X. Dieser baut ein Jahr später einen Unfall mit 100.000 Euro Sachschaden. Es wird ermittelt dass der Anhänger schuld war weil Teil XY daran nicht ordnungsgemäß angebaut war. Wird sich die Versicherung nicht querstellen und den Schaden auf den Hersteller (also mich) schieben?


    ich habe beim Bau meines Hänger mal mit einem Anhängerbauer geredet der mir immer abgeraten hat sowas zu bauen weil ich so die Produkthaftung trage... ?
    Diese Aussage sitzt mir noch im Kiopf und will net verschwinden...


    gruß


    andi

  • Ich frage mich inwieweit ein solcher Konstruktionsmangel vorher bei der TÜV-Abnahme hätte auffallen sollen/müssen.

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  • Hallo

    ein Konstruktionsmangel fällt beim TÜV nicht auf, ich hab schon einige Eigenbauten zugelassen, selbst bei meinem großen Dreiachser hat der TÜV nicht viel mehr angeschaut als bei einer normalen HU

    Bremsenprüfstand, Beleuchtung, die Daten von der Radbremse, Reifen, Auflaufeinrichtung Deichsel und Lenkkranz abgeschrieben, das wars

    erst heute Nachmittag war ich mit nem neuen Eigenbau beim TÜV da war es genauso, war aber nur ein Einachser

    Einmal außenrum gelaufen, hm schön, Typenschild und Fahrgestellnummer verglichen dann Daten von der Bremse, Radbremse und Reifengröße aufgeschrieben, was wiegt der? sag ich 400 auf der Achse und 40 Stützlast, und a bisserl was kommt noch dazu, wenn des Boot draufkommt ( Seilwinde Stützen, Kielrollen) ok dann schreib ma mal 500 leer auf,
    dann noch kurz Abmessen, Länge Breite Höhe
    dann Bremsenprüfstand und Licht, das wars dann, 15 Min später hatte ich meine Papiere

    aso, hier noch ein Bild von dem Einachser, is a bisserl größer ausgefallen, als a normaler Einachser

    Gruß Mani

    Dateien

    • Canadier8.jpg

      (83,73 kB, 94 Mal heruntergeladen, zuletzt: )
  • Dass der Prüfer nicht danach geschaut hat heißt nicht dass die Verantwortung dafür nicht bei ihm liegt. Ob sie das tut da bin ich aber nicht sicher.


    Kurios finde ich dass er das Leergewicht und Stützlast ohne Wiegekarten einfach mal so eingetragen hat. Ich werde dennoch meinen Anhänger (so er denn fertig wird ^^) vorher wiegen lassen (auch weil ich das nicht einschätzen kann).


    Aber Respekt, schönes Teil. Rechteckrohr wollte ich auch nehmen, aber wegen Problemen mit der Verschraubung der Achse (Stichwort: Stützhülsen) werde ich C-Profile nehmen.

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  • ich hab ihn ja gewogen, aber nach dem Wiegeschein hat er garnicht gefragt

    die statik liegt ganz beim Erbauer, nur wenn das Teil ganz offensichtlich zu "windig" gebaut ist wird der TÜV das Teil nicht abnehmen, oder wenn er Schweißnähte sieht die mehr nach geklebt als geschweisst aussehen

    was stört dich an den Hülsen? 15er Loch, passendes Stück 15 x 1,5 Rohr rein und so passt wunderbar ne 12er Schraube durch

    und ein Rechteckrohr ist stabiler und günstiger als ein C Profil, zumindest wenn wie bei mir, alles aus Edelstahl ist, bei normalem St37 kann es anders sein

    Gruß Mani

  • @ Andi

    Zitat

    Es wird ermittelt dass der Anhänger schuld war weil Teil XY daran nicht ordnungsgemäß angebaut war



    wenn Du die Achse mit M8 statt M12 anschraubst, weil Du keinen größeren Bohrer hattest, oder dein Ackuschrauber nicht mehr schafft, oder wenn z.B. das Deichselrohr aus Konservendosenblech ist und ein Typenschild von ner echten Deichsel hat, dann könnte es ein Problem geben aber dann hätte das Teil niemals ne Zulassung bekommen

    aber Dein Gebrauchthänger hat ja schon bewiesen das er hält, Du fährst ihn ja schon ne zeitlang oder? also was soll da dann sein,

    und der Rest steht ja schon oben in #2

    Gruß Mani

  • Achso, verstehe. Tja, mit so einer problemlosen Prüfung rechne ich nicht. Einmal muss ich mir vorab eine Fahrgestellnummer zuweisen lassen, und ich rechne mit Diskussionen wegen der Rückfahrautomatik (die Bremsen haben aber eine).


    Jedenfalls ist es zu hoffen dass ein Prüfer einen Anhänger dann nicht abnimmt. Mein Vater meint immer noch ich hätte mich mit diesem Projekt übernommen, weil ich ja "kein ausgebildeter Schweißer" bin.


    An Stützhülsen stört mich erstmal nichts. Ein Prüfer a.D. hat mir davon abgeraten; es soll wohl vorkommen dass Hülsen sich lösen, die Schraube sich lockert und die Schraube sich mitsamt Hülse dreht, und man das gar nicht sofort erkennt. Und wenn ich die Arbeit mit den Hülsen sparen kann, warum nicht.


    Ja, günstiger, ich bekomme die Profile aber wohl nur gegen Materialkosten gemacht. Wenn ich mir dann die Sache mit den Stützhülsen vom Hals schaffe und noch Gewicht einspare, warum nicht.


    Edit: Der o.g. Prüfer riet mir übrigens auch zu M12 Schrauben Festigkeitsklasse 10 mit Feingewinde (!) für die Verbindung Achse-Rahmen :rolleyes:

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  • Fahrgestellnummer brauchst nur vorher anrufen, kannst Dir telefonisch reservieren und dann gleich in Rahmen einschlagen

    das schweissen sollte man schon beherschen und zumindest die Grundbegriffe kennen, und auch ein vernünftiges Gerät haben, wer bisher nur mit so nem Baumarktschrott rostige Auspufftöpfe zugepappt hat, wird bei richtigem Material dann vermutlich keine vernünftige Naht legen können

    aber das kann man üben, bei jedem Metallbauer steht ne Altmetallkiste rum, aus der man sich meist kostenlos bedienen kann, da kann man dann munter drauf los bruzzeln, möglichst erstmal nur kurze Nähte (1 bis 2 cm) und dann in Schraubstock mit dem Teil und biegen und zerren, dann siehst gleich ob es hält und wenn es reißt, wie tief der Einbrand war oder obs nur oberflächlich gepappt war, oder jemand fragen der sich damit auskennt, und sich das ganze mal in Ruhe zeigen lassen, so schwer ist es nicht

    und zu den Hülsen, meine sind rundum festgeschweisst da lockert sich garantiert nix und mit selbstsichernden Muttern kann da nichts passieren

    Gewicht sparst Dir mit dem C-Profil nicht,
    ein gebräuchliches 100 x 50 C Profil wiegt 10,9 kg/m

    ein vergleichbares 100 x 50 x 3 Rohr wiegt nur 6,8 kg/m
    ein 100 x 50 x 4 auch nur 8,9 kg/m bei gleichen bzw teils besseren Biegewerten

  • Das mit der Fahrgestellnummer werde ich sehen wenn es soweit ist, erstmal muss der Rahmen dran :-)


    Natürlich sollte man ordentlich schweißen können, das ist ja gar keine Frage. Es geht darum ob man geprüfter Schweißer sein muss oder nicht. Wenn ich sehe dass meine Schweißnähte nichts werden arbeite ich nach bis ich damit zufrieden bin, oder lasse es dann jemanden machen der es besser kann als ich. Und ich bin da durchaus pingelig, vor allem wenn ich daran denke dass ich mit dem Ding später im Straßenverkehr rumfahren möchte.
    Natürlich schweiße ich nicht das erste Mal bei dieser Sache, ich habe schon stundenlang in der Garage gestanden und tatsächlich geübt.


    Ich hätte gegen die Hülsen auch nichts gehabt, aber es ist mehr Arbeit als ohne.


    Natürlich spare ich Gewicht. Vielleicht reden wir aneinander vorbei; ich meine ein C-Profil 40x60x60x3mm aus gekantetem Stahlblech, im Vergleich zu einem Rechtecktrohr 60x40x3mm.
    Das Rechteckrohr wiegt 4,306kg/m, das gekantete Profil 3,84kg/m. Nein, das ist nicht wahnsinnig viel, aber die Summe der Kleinigkeiten macht die Entscheidung am Ende aus.

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  • Hallo

    Ich denke mal Du weißt was Du da machst, hört sich jedenfalls vernünftig an was Du da schreibst

    wie groß soll der Hänger den werden und vor allem was für ein zGG?

    3 mm C Profil kommt mir etwas schwach vor, oder wird das nur so a kleiner 750 kg Hänger?

    aber du brauchst ja nur mal schaun was andere Hersteller da verbauen, sind aber meist eher 5 oder 6 mm Profile und größere Querschnitte

    die 500 Gramm die Du Dir da pro Meter sparst reissen es nicht raus, das sind selbst bei 20 m verbautem Rohr/profil gerade mal 10 kg

    da Du die Gewichte recht genau kennst, hast Du bestimmt auch eine Stahltabelle, schau Dir mal die Werte für Wx und Wy an, die sind wichtig was die Stabilität angeht, ob das Profil ausreichend tragfähig ist

    Leichtbau ist gut und schön, geht aber in der Regel immer zu lasten der Stabilität

    ein Beispiel:
    ein großer bekannter LKW Hersteller hat eben wegen der Wettbewerbsfähigkeit und aus Kostengründen auch überall gespart, das schaut dann mittlerweile so aus, das 18 t Sattelzugmaschinen einen Rahmen haben wie früher schon 7,5 t hatten,

    was dabei rauskam, die ersten Prototypen und auch die ersten Serienmodelle hatte reihenweise Rahmenbrüche, haben auf der Autobahn den Tank oder das Reserverad verloren, weil die Halterungen abvibriert sind usw, jetzt haben Sie wieder schöne dicke Rahmen, sind zwar wieder so schwer wie die Mitbewerber, aber dafür keine Schäden mehr

    Leichtbau macht nur Sinn, wenn das Material trotzdem genauso stabil ist, z.B. Kohlefaserteile, oder auch spezieller Stahl, ich kenn da einen, der ist 3 mm stark und hat bessere Werte als 10 mm normaler Stahl, leider aber auch fast unbezahlbar und sehr schwer zu bearbeiten, eine Biegepresse die sonst bis 8 mm problemlos auf 90 ° biegt, richtet an diesem 3 mm Stahl fast garnichts aus :)

    Gruß Mani

  • Es geht nicht primär um den Leichtbau, sondern es ist die Kombination der Vorzüge die ich mit C-Profilen gegenüber Rechteckrohr habe.
    Ich kenne die Nachteile von Leichtbau gut: Man sieht ja z.B. an Maschinen zur Holzbearbeitung wo das hingeht: Früher war alles aus massivem Gussstahl, heute aus Leichtbau...


    Der Hänger soll 3x1,5m werden mit 1,2to zGG.


    Ich selbst war auch skeptisch was die Tragfähigkeit angeht. Dann habe ich den Rahmen einmal in Solidworks nachgebaut und dort die Last simuliert. Die Verformung bei Vollast liegt im Bereich von Bruchteilen von Millimetern. Bei Rechteckrohr ist es noch weniger, aber beides ist absolut zu vernachlässigen.


    Edit: Mal was zum schauen. So sieht die Analyse des Rahmens aus. Querstreben zur Stabilisierung des Bodenplatte wurden hier unterschlagen.
    Die roten Bereiche bedeuten eine Verschiebung aus der ursprünglichen Lage von 0,01787mm. Simuliert wurde eine Masse von 1200kg verteilt auf die obere Fläche der Profile bei einer Schwerkraft von 1 G bzw. 9,81m/s² (Erde halt :-))

  • Hallo BlackOne,

    Nur nebenbei:
    Glückwunsch zur Grundfläche 3 m x 1,5 m.
    Kann ich nach drei Anhängern jedem empfehlen.

    Gruß twtrailer :rolleyes:

    Anhänger z.Zt.:
    2000/1500kg Tandem Hochplane:), 5,50 m Wohnwagen=), HP400-Flachplane

  • Nuja


    Die Breite gibt die Wohnwagenachse vor, und 1:2 ist ein gutes Verhältnis. Ausserdem passen so dreimal Meterstücke Holz längs hintereinander rein :-)

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  • HTML
    Ausserdem passen so dreimal Meterstücke Holz längs hintereinander rein :-)



    Dann würde ich ihn 3,10 m machen, so genau ist das Holz meist nicht gesägt

    Mein Großer ist auch 6,08 innen. damit 6 m Stahlstangen reinpassen, da die meist auch 6,03 bis 6,05 lang sind

    Gruß Mani

  • Leider sind die Pläne für die C-Profile bereits in der Fertigung. Ich möchte da nicht noch die Pferde scheu machen, da das ganze sowieso schon halb per Gefallen geht.


    Das ist aber auch nicht tragisch. Ich säge das Holz im Wald selbst, mache ich die Stücke halt 5cm kürzer :-)

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