MAD Zusatzfedern im Skoda Octavia 1Z

  • Hallo zusammen,


    wie schon >hier< angekündigt, wollte ich nochmal ein paar mehr Worte zu den MAD Zusatzfedern für den O2 verlieren.


    Warum das Ganze? Mit Urlaubsgepäck hängt der O2 schon ganz schön tief hinten rein. Bei >diesem Bild< noch ohne Gepäck im Kofferraum, aber 75kg Stützlast. Gegen diesen Effekt wollte ich was tun. Also entweder Zusatzfedern oder Polybalg. Polybalg habe aber nicht favorisiert, wegen potentieller Undichtigkeiten (innerhalb der nächsten 7 Jahren) und hohem Montageaufwand mit der Luftleitung. Blieben also die Zusatzfedern. MAD oder Westfalia? MAD liefert unkompliziert die Einbauanleitung und das Gutachten. Das war bei Westfalia nicht ganz so eindeutig.


    Der Einbau war wirklich wie beschrieben unkompliziert. Den größten Aufwand hat das Zusammentragen vom Werkzeug gemacht. 8) 18er Ringschlüssel ist bei mir total ungebräuchlich und gibt es auch nur 1 mal. Bloß wo ist er, wenn es drauf ankommt?! :/ Aufbocken, abstützen, Tragarm muss vom Radträger entfernt werden und mit dem Wagenheben abgestützt werden. Ablassen, damit die Abstände der Windungen der Hauptfeder größer werden. Dann kann man die Zusatzfeder durch die Windungen reindrehen. Federteller für Zusatzfeder unten und oben nicht vergessen! Tragarm wieder mit dem Radträger verbinden, fertig. Bier auf? Nee, doch nicht. Kein Zeit, Kind will von der Kita abgeholt werden. ;) Deswegen war erstmal keine Zeit für tiefergreifende Untersuchungen.


    Was sofort auffällt ist, dass der im Normalniveau hinten deutlich höher steht.

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    Trimmlage Mitte Rad zum Radkasten gemessen:

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    Hinten 72,5cm

    Vorn 69,5cm


    Mitte Kugelkopf der Anhängerkupplung 51,5cm

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    Runde gefahren über einen schönen Mix an Straßenbelag von glatt bis Flickenteppich. Man merkt die ungewohnte Lage vom Auto und dass es hinten etwas straffer ist. Merklich, aber nicht penetrant wie bei einem Sportfahrwerk.


    Danach selbe Runde nochmal mit Beladung (60kg so weit wie möglich hinten im Kofferraum):

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    Gesamtlage:

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    Trimmlagen:

    Hinten 71,5cm

    vorn 70cm

    Mitte Kugel 50cm


    Auto liegt deutlich besser auf der Straße wie leer und wie vorher bei gleicher Beladung ohne die Federn. Kann mir gut vorstellen, dass bei vollem Gewicht und Stützlast auf den Haken ein deutlich positiver Effekt eintritt. Auch habe ich kein negatives auffälliges Schwingverhalten feststellen können. Es sind hinten die Standard-Stoßdämpfer drin. Keine Ahnung welche - es ist nicht mehr der vom OEM, aber einer, den die freie Werkstatt mit guten Gewissen einbauen.


    Fazit: die Fahrzeuglage im Leerzustand geht mir massiv auf den Keks. Das wäre für mich fast ein Grund, die Federn wieder rauszureißen. Ich geb denen aber noch eine Chance und guck mir das noch bissel an. Sorgen macht mir v.a. die Höhe der Kugel der AHZV. Ich fahre normalerweise DDR-Anhänger, die sowieso recht tief sind. Und wenn der voll beladen ist, steht der Anhänger schräg ohne Ende. Das muss ich mir auch nochmal in Detail angucken. Kann sein, das dieses noch ein k.o.-Kriterium wird.


    Ja, 2 Federn im Parallelschaltung, da addiert sich die Federrate und wird nicht progressiv. Schon klar. Ich hätte damit gerechnet, dass die Wirkung der Zusatzfeder erst ab Normalniveau einsetzt. Ist aber totaler Blödsinn. Die Feder muss auch bei entlasteter Hinterachse (Hebebühne) noch mit einer geringen Restspannung in ihren Federtellern sitzen. Das heißt, die hat im Normalniveau Druck und verändert dadurch die Trimmlage. Hätte man auch vorher mal drauf kommen können...


    Unter den Gesichtspunkten wäre vielleicht Polybalg doch die bessere Alternative gewesen. Naja. Grenzenlose Begeisterung stellt sich jedenfalls nicht ein. Ich guck mir das die nächsten Wochen nochmal an. Da gehts mit Beladung aber ohne Anhänger mal paar Tage weg. Und das mit dem HP500 guck ich mir auch nochmal an. Ich weiß noch nicht, ob die Federn Weihnachten noch drin sind...


    Soweit erstmal meine Erkenntnisse.

  • So, Zwischenmeldung:


    So richtig meinen Frieden habe ich mit den Zusatzfedern noch nicht gefunden.


    Hier ist das Auto noch unbeladen, hier haben wir nur 75kg Stützlast

    20230811_144312.jpg


    Auch bei der Urlaubsbeladung (solo) bzw. incl. 75kg Stützlast liegt das Auto eigentlich sehr gut. Hier spielen die Federn wirklich ihre Vorteile aus.


    Im Alltag und mit leichtem DDR-Anhänger steht das Auto penetrant keilförmig. Aber das wussten wir ja schon...


    Vielleicht auch noch erwähnenswert: Auf solchen Urlaubstouren sitzt meine Frau mit hinten wegen Unterhaltung vom Kind. Sie sagt, dass wenn man durch Bodenwellen fährt bzw. der Anhänger an der Kugel vertikal arbeitet, es schon recht unkomfortabel auf der Rücksitzbank ist. Besonders auffällig wird dabei das Ausfedern beschrieben.

    Ich interpretiere aus dieser Aussage:

    - dass schon eine ordentliche Achslast vorhanden ist

    - dass die Dämpfung im Bereich der Zugstufe wahrscheinlich nicht optimal ist.


    Das heißt also, möglicherweise ist das ein Indiz dafür, dass die Dämpferrate nicht mehr zur Federrate passt (ist ja logisch, wenn man in das System eingreift). Die Dämpfer sollten in Ordnung sein, denn die sind erst rund 20000km alt. Und man sollte wahrscheinlich mal wirklich die Achslast auf der Hinterachse im Blick haben. Aufgrund der visuell guten Straßenlage unterschätzt man bestimmt die tatsächliche Achslast.


    Dennoch ist das subjektive Feedback meiner Frau nicht überzubewerten. Das Auto hat nun mal keine Luftfeder mit adaptiven Dämpfern sondern nur eine Stahlfeder mit konventionellem Dämpfer. Ohne Zusatzfeder würde das Auto tief in den Federn hängen und "schwammig" sein. Unterm Strich ein Luxusproblem - Starrachse mit Blattfeder "bockt" viel mehr. ;)


    Aber ein Kumpel hat in seinem Auto einen anderen Ansatz verfolgt: progressive Tieferlegungsfedern (-35mm) in Verbindung mit 20mm Hartgummi-Federunterlagen. Die sind natürlich aus Plattenmaterial selber geschnitten. Damit ist die effektive Tieferlegung "nur" 15mm, also vernachlässigbar. Aber man hat den Vorteil der progressiven Federrate.


    Mal sehen - ich werde weiter berichten.

  • Aber ein Kumpel hat in seinem Auto einen anderen Ansatz verfolgt: progressive Tieferlegungsfedern (-35mm) in Verbindung mit 20mm Hartgummi-Federunterlagen. Die sind natürlich aus Plattenmaterial selber geschnitten. Damit ist die effektive Tieferlegung "nur" 15mm, also vernachlässigbar. Aber man hat den Vorteil der progressiven Federrate.

    Und den Nachteil dass es unzulässig ist.