Mein Holzspalter wird anhänglich...

  • Das Thema hatte ich ursprünglich in einem anderen Forum veröffentlicht, passt thematisch aber auch hier. Habt Spaß damit.


    Ausganssituation:
    12PS sind für einen Holzspalter mit Zapfwellenantrieb bereits ausreichend. Wir haben da schon diverse Modelle geliehen und an der kleinen Leistung gut arbeiten können. Für'n Transport hat uns ein Landmaschinenmechaniker was zusammengebastelt was die nötige Funktion soweit auch erfüllt.

    Problem:
    Das Dieselroß ist zu leicht.
    Mit dem Gewicht hinter der Ackerschiene ist zusätzliches Frontgewicht zwingend. Dabei hat der kleine auf dem vorgesehen Platz schon eine Platte mehr drauf als vorgesehen...

    Besonders schlimm war's mit dem 12t von Scheifele den wir uns ein paar Jahre geliehen hatten, der brachte mit dem integrierten Tank ~280kg auf die Waage und stand auch noch unnötig weit nach hinten über.

    Fastlösung:
    Einen gebrauchten Spalter erstanden. Ein Eigenbau mit separater Pumpe und Tank. So kam das Gewicht näher an die Hinterachse und das Zusatzgewicht vorne konnte reduziert werden. Aber so richtig glücklich war ich immer noch nicht (viel Aufband beim Auf-/Abbauen).

    Lösung:
    Meiner Wunschkonfiguration kam ich ein gutes Stück näher als ein kleiner 400kg Barthau für Umme unter die Fuchtel kam. Da bereits drei Anhänger zu Verfügung standen und keiner Kaufinteresse zeigte wurde er kurzerhand zerlegt und sollte eine neue Aufgabe bekommen.


    Genug Text, jetzt gibts Bilder!

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    Die Deichsel von dem Anhänger ist recht kurz, da war gleich klar das ich mit dem fest montierten Zylinder ein Längenproblem bekomme. Um den Zylinder absenken zu können musste etwas Platz geschaffen werden.

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    No Shift - No Service

  • Sehr wichtig war eine brauchbare Kippfunktion:

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    Da sieht man auch schön wie viel zu lang der fixe Zylinder gewesen wäre:

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    Die alte Siebdruckplatte des Barthau war vom Zustand her garnicht mal schlecht. Also wurde sie wieder montiert.

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    Damit war ein entscheidender Punkt im Projektplan erreicht:
    Brauch ich eine hydraulische Kippvorrichtung?

    Da beide Traktoren noch im Winterschlaf waren musste der PKW als Gegengewicht herhalten. Nicht das mir beim ersten Versuch die Deichsel ins Kreuz springt.

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    Fazit: Lässt sich prima von Hand aufrichten und ablegen. Auch ohne PKW dran.

    Original war am Spalter alles mit Schläuchen verbunden, das sollte jetzt anders werden!

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    Die Frage nach einem passenden Tank hatte mir auch Kopfzerbrechen bereitet. Vor allem da ich keine 100€ ausgeben wollte.
    Glücklicherweise hab ich da jemanden in der Familie der jeden Scheiß aufhebt.
    50l MAG, aufgeschnitten, Membran entfernt, entrostet und "Probesitzen"...

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    Das Luftventil wurde großzügig freigeschnitten, der werkseitige 3/4" Anschluss dient als Sauganschluss, war nur noch ein 1/2 Anschluss für Entlüftung, etwas Support für die Blechfüßchen und 2 Stehbolzen fürn Rücklauffilter nötig.
    Ein paar kleine Fügehelferlein kamen auch noch dazu.

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    Dann das erste Mal nen Hohlkörper mit Formiergas geschweißt.

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    War auch fast dicht, an der 1/2" war ne kleine Luftblase drin. Der Rest drückt an der Korkdichtung vom Filter vorbei.

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    No Shift - No Service

  • Zu dem Zeitpunkt war schon recht deutlich das Stützlast grenzwertig wird. Die Dechsel darf 75kg, macht die Handhabung aber nicht gerade einfach.

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    Versuch macht kluch: Drehpunkt 14cm höher, Schwerpunkt des abgelegten Spalters dadurch ~16cm weiter hinten.
    Stützlast (noch ohne Tank, Öl und andere Aufbauten) von 55,5kg auf 44,3kg reduziert. Das manuelle Ablegen und Aufstellen des Spalters geht aber wesentlich schwerer als vorher.

    Längere Deichsel wäre vielleicht ein Option, die Verbindung zur Peitz-Achse ist allerdings mit einer angeschweißten Stirnplatte ausgeführt.

    Ein Knackpunkt bei der Konstruktion waren die Schläuche am Drehpunkt. Sie mussten lang genug sein fürs liegen und kurz genug wenn de Spalter steht. Hab einige Positionen und Richtungen ausprobiert bis ich mich schließlich entschlossen hatte die Schläuche unter der Bodenplatte enden zu lassen.

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    Das hatte als Nebeneffekt das ich ein Teil der Rohre auf der Unterseite montieren musste, kam mir von der Leitungsführung sogar entgegen. ;)

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    Die Pumpe zu verrohren wurde dann aber noch zu einem Kunststück mit viel rumprobieren und weggeschmissenen Rohrstücken. Ich hatte beim Positionieren nur eine grobe Vorstellung wie die Leitung verlaufen sollte, habs aber nicht zusammengesteckt. Als die Pumpe dann festgeschraubt war wars zu spät. X/

    Zu nah am Tank um mit Rohr was zu machen, zu weit weg für eine Lösung nur aus Winkelstücken. Das Ergebnis ist ein wenig drauflatschgefährdet.

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    Dann noch die Zapfwelle verstaut (in einem früheren Bild sieht man an der Stelle eine Alubox, die wurde wegen der Stützlast gestrichen)

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    So, was schief gelaufen ist:

    Ich hatte beim Platzieren des Tank übersehen das sich der Zylinder etwas abgesenkt hatte. Dadurch kamen sich dann Spaltkreuz und Tank ins Gehege.

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    Das es um die Pumpe etwas knapp werden könnte hab ich erwartet. Jetzt reichte es aber weder für die Schutzhaube, noch für den Zapfwellenstummel. Den musste ich jedes Mal abbauen.
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    War aber nix was man mit leicht geänderter Leitungsführung und einer Säge nicht in Griff bekommen hätte.

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    Mit der Kippfunktion bin ich sehr zufrieden, ist gut alleine zu handhaben ohne das ich mir dabei Sorgen ums Kreuz machen muss.

    Funktioniert auch wunderbar in beide Richtungen: Als liegend Transport wie auch als stehend Parken. Beim Parken gehe ich allerdings her und stelle erst den Spalter auf, dann den Rest vom Anhänger.

    Die Korkdichtung am Rücklauffilter ist da ein wenig problematisch, da treten geringe Mengen Öl aus. Und ich werde mir die Entlüftung vom Umlenkgetriebe mal genauer ansehen müssen, ich glaub da hab ich hochkant auch Ölverlust.

    Rückwärts rangieren ist mit dem Dieselroß und der kurzen Deichsel echt knifflig. Nuja, man wächst mit der Herausforderung...


    Besuch beim TÜV bezüglich Betriebserlaubnis als Arbeitsgerät steht noch aus, dementsprechend sind weder Licht noch Kennzeichenhalter montiert.

    Stützlast beträgt voll aufgerödelt übrigens 74kg.


    mfg JAU

    No Shift - No Service

  • Grüße

    Toller Bericht.

    Als Amateur Hydrauliker freue ich mich über den Umfangreichen Einsatz von Rohren. Schläuche kann jeder.

    Denk bei den Schläuchen im Arbeitsbereich aber an einen Berstschutz!