HP 500.01 Bremstrommeln abziehen

  • Hallo allerseits,


    bei meinem vor einiger Zeit gebraucht gekauften HP 500.01 (Stahl- und Walzwerk Brandenburg, Baujahr 1990) würde ich gern mal die Bremsen öffnen, um den Verschleisszustand zu prüfen und ein wenig vorbeugende Wartung zu betreiben. Leider habe ich die Bremstrommeln per Hand nicht herunterbekommen. Sie sind wie angeschweisst, rühren sich keinen Millimeterbruchteil.


    Wie gehe ich am besten vor? Brauche ich Sonderwerkzeug? Auf keinen Fall will ich etwas kaputt machen.
    Bin für jeden hilfreichen Tip dankbar.


    Viele Grüße
    Dirk

  • Hallo Dirk,
    ich würde Dir empfehlen, nach Lösen des Splintes und der SW 30 Mutter das Radlagergehäuse komplett mit Bremstrommel abzuziehen und im ausgebauten Zustand dann unter Zuhilfenahme von Caramba oder ähnlichem Rostlöser mit Prellschlägen auf die Auflagefläche der Bremstrommel zulösen. Pass dabei auf, dass Du die Bolzen nicht zerhämmerst.
    Übrigens solltest Du vor dem Abziehen den Bremseinsteller komplett zurückstellen.
    MfG
    Kinaro2000

  • hallo ich würde die Trommeln erst mal richtig mit Rostlöser einsprühen,nach einer Wartezeit von 1 Stunde mit dem Hammer die Trommel bearbeiten indem du um die Achse herum auf die Trommel klopfts.
    dann von der Rückseite ein paar Schläge und dann wieder von vorne,wenn du eine möglichkeit hast die Trommel zu erhitzen dann noch warmmachen.


    hast du die Bremse vorher auch komplett gelöst?

    Saris 750 kg von 8.8.1980
    Volvo 850 Bj.96 mit Wohndose von Adria 1300 kg
    Blumhardt 24.000 kg manchmal auch 30.000 kg
    Als Gott klar wurde daß nur die besten Motorrad fahren schuf er für den Rest Fußball

  • Vielen Dank für Eure Tips, ich werde es in den nächsten Tagen noch einmal versuchen.


    kinaro2000: Splint und Mutter finde ich hinter den Abdeckkappen, richtig? Sind das die hier:P1220891.jpg?
    An die hatte ich mich noch nicht rangetraut, da ich nicht riskieren wollte, die Kappen zu demolieren. Falls ich sie löse: Wie ist das richtige Anzugdrehmoment?


    Rostlöser in die Fuge zwischen Nabe und Bremstrommel (nicht in die Bremse!) mit 1 Stunde bis zu 3 Wochen Einwirkzeit und radiale Schläge mit dem Holzhammer habe ich übrigens schon probiert - Komplett ohne Wirkung. Anwärmen wäre noch ein Gedanke. Und ja, die Bremse war gelöst (obwohl der Hinweis gar nicht so dumm ist, manchmal übersieht man im Eifer des Gefechts gerade das Wichtigste).


    Bremsennachsteller habe ich noch keine gefunden. Die sollten doch selbstnachstellend sein, oder? Oder sitzen die Versteller hinter den Gummistopfen neben den Bremsseileinführungen? Die hatte ich noch nicht draußen. Hatte nur vorn die Zugstange gelöst und ausgehängt, so dass kein Zug mehr auf den Bremsseilen sein kann. Trommeln drehten leicht und ohne Schleifgeräusch.


    Viele Grüße,
    Dirk

  • Hallo Dirk,
    ja, es ist richtig, hinter den Gummistopfen auf der Bremsankerplatte neben den Kegelförmigen Hülsen für die Bremsseile findest Du sternförmige Bremseinstellschrauben. Diese haben Rechtsgewinde und eine Rastfunktion, die mit einer Feder bewerkstelligt wird.
    Beim Bremsenlösen (Rechtsdrehen!) solltest Du auch daran denken, das Bremsgestänge zu lösen.
    Übrigens, Deine Schläge mit dem Holzhammer bringen gar nichts, hier musst Du schon mit mindestens einem 500 grHammer besser noch mit einem Fäustel ran, sonst bekommst Du das Rostgefüge zwischen den Auflageflächen nicht gelöst.
    Und daran denken, beim Zusammenbau die gereinigten Flächen dünn mit Bremsmontagepaste einstreichen, dann passiert Dir das nie wieder.
    Zum Einsatz von Hitze zum Lösen der Bremstrommel sei vermerkt, dass Du hierzu schon aufgrund der großen zu erhitzenden Masse einen Schweißbrenner brauchst und dabei stets Gefahr läufst, punktuell zuviel zu heizen und damit Verzug zu produzieren.
    Ich halte die Methode des Abziehend der Radnabe mit Trommel für zielführender, weil Du dann auch besser an die Bremsteile dran kommst.
    Wegen dem Anzugsdrehmoment der SW 30 Mutter kann ich Dir auch keine Werkswerte geben, jedoch aus meiner Kfz Erfahrung heraus liegst Du mit ca. 130 Nm schon ganz gut, dann weiterdrehen, bis das nächste Splintloch erscheint.
    An dieser Stelle kannst Du beim Anziehen nicht sehr viel kaputtmachen, denn die Lagerinnenringe stützen sich gegenseitig über ein dazwischenliegendes Rohrstück.
    Hinter dem Blechdeckel auf Deinem Foto wirst Du fündig.
    Den Blechdeckel löst Du am besten zunächst mal mit einer alten Messerklinge umlaufend, indem Du auf den Klingenrücken klopfst, anschließend mit einem Schlitzschraubendreher weiterhebeln, so verzieht sich der Rand am wenigsten.


    DSC00755.jpg DSC00747.jpg DSC00748.jpg


    MfG
    kinaro2000

  • Hallo kinaro2000,
    vielen Dank, das waren genau die Infos die ich gebraucht habe. :super:
    Mache mich dieser Tage mal ans Werk und werde hier berichten.


    Beste Grüße
    Dirk

  • hallo, bin schon ne weile auf der suche nach informationen zum austausch der Bremsbacken bem HP 500. ich bin dann auf diese Forum gestoßen und hab mich letztendlich angemeldet damit ich alle informationen zur verfügung bekam die hier sind.
    ich danke nun dem Kinaro 200 für eine ausführliche beschreibung. Sie hat mir sehr geholfen.


    mfg vom lande


  • Hallo Dirk, das Problem mit festsitzenden Bremstrommeln ist beim HP500.01.01, sowie beim HP 650.1 das gleiche Probl. Beim Abziehen mag das was hier beschrieben ist, wohl alles funktionieren. wenn die Nabe schon von Hause aus schwer abgeht und du bei der Montage dasselbe mit dem Hammer versuchst, hast du den Kampf schon verloren. Beim Aufschlagen öffnet der Spreizversteller und der Hänger wird nie bremsen. Abziehen könntest Du notfalls mit dem
    original Trabant Abzieher und bei schwergängigen Radnaben hatte ich mir einen modifizierten Abzieher auf vorgenannter Basis gebaut und konnte damit die Nabe schön mit Trommel aufdrücken. In der Regel hatten die Achschenkelbolzen jedoch eine Art "Schiebpassung" und konnte leicht de- und montiert werden. Die Fettkappe mit einem breiten Schraubenzieher umlaufend leicht spreizen, dann springt sie Dir in die Hand. Die Fettkappe ist so ein Teil, welches Du sicher nicht mehr mit Geld und guten Worten bekommst, denke ich, aber man sollte ja die Hoffnung nie verlieren. Wenn du noch ein Problem hast melde dich, ich schau nur noch sporadisch ins Forum, bekomm deshalb nicht alles mit.

  • Hallo oldimerwilli,


    vielen Dank für die wertvollen Hinweise.
    Gibt es von dem modifizierten Abzieher evtl. noch eine Skizze oder ein Foto? Dann könnte ich mir ggf. einen nachbauen. Habe im Moment keine rechte Vorstellung, wie der aussehen sollte.


    Beste Grüße
    Dirk

  • Hallo oldimerwilli,


    vielen Dank für die wertvollen Hinweise.
    Gibt es von dem modifizierten Abzieher evtl. noch eine Skizze oder ein Foto? Dann könnte ich mir ggf. einen nachbauen. Habe im Moment keine rechte Vorstellung, wie der aussehen sollte.


    Beste Grüße
    Dirk


    den Abzieher gibt es noch, liegt irgendwo in einem meiner vielen Schränke. Wenn es nicht so eilig ist, kann ich ja mal suchen, er ist wie ich schon sagte auf der Basis des originalen Trabant Abziehers modifiziert, wenn mich nicht alles täuscht hatte ich den Druckbolzen des Trabbi neu gedreht , jedoch mit Feingewinde innen und dann eine zweite Spindel darin mit einem Kopfstück vorn, das auf den Achsstummel aufgeschraubt wird und dann die Nabe mit Trommel wieder aufgedrückt. Send mir mal deine Mailadresse, dann kann ich Dir ein paar Bilder dazu mailen