Bastei - Nagetusch - Verkaufshänger - vor dem Verfall retten

  • Seit 1998 habe ich mit dem Kauf eines Gartens auch einen alten DDR-Anhänger übernommen. Den haben wir mit 6 Mann 1999 runter in die Wiese gerollt und unter einen Apfelbaum gestellt. Dort dienste er immer mal als Schlafstätte, als Lager für Auflagen und Poolzubehör....


    Einmal war das Dach undicht, weil ein Ast drauf geknallt war, es wurde geschweißt und gut.


    Leider habe ich den Zeitpunkt verpasst, als der wirkliche Verfall einsetzte. Ein Fenstern ließ sich nicht mehr richtig schließen. Ich dachte, etwas Lüftung schade nix, habe aber nicht geschnallt, dass dort über die Jahre das Gestell aus Holz angegammelt ist, die Innenverkleidung morsch wurde, Schimmel auf der Holzbank - eben Vernachlässigung pur.


    Inzwischen habe ich mehr Zeit, und will mich kümmern. Außen haben wir den Wagen schon sehr hübsch gemacht, aber jetzt brauche ich dringend Rat und auch Teile für den Wagen. IMG-20190614-WA0002.jpeg

    IMG-20190614-WA0010.jpegIMG-20190614-WA0011.jpeg

    Hat jemand hier schon mal Ähnliches in Angriff genommen? Also an TÜV oder Selbstfahren denke ich dabei nicht - ich will nur den Verfall stoppen und das hübsche Teil dauerhaft sichern.

  • Dauerlüften ist auch bei Häusern keine gute Idee. Warme Außenluft strömt ein und die Feuchtigkeit kondensiert im schattigen Raum.


    Mit Wohnanhängern bin ich aber nicht so, die Fragen können andere besser beantworten.



    mfg JAU

    No Shift - No Service

  • Ob das lohnt, kannst Du erst beurteilen, wenn Du die Innenverkleidung großflächig entfernt hast, um das Ausmaß des Schadens beurteilen zu können.


    Sehr wahrscheinlich brauchst Du eimerweise Ruderer Caravankleber, bergeweise Polystyrolplatten, festmeterweise neue Holzlatten, palettenweise neues Sperrholz, kartuschenweise Dekalin und kartonweise neue Schrauben, um das undichte Fenster sauber wieder einzusetzen...und vor allem eine Ressource, die kaum einer aufbringen kann: EXTREM viel Zeit. Von einem trockenen Unterschlupf für die Bauphase ist da noch gar keine Rede.


    Zugegeben, ich habe minimal übertrieben, aber so schön der alte Caravan auch ist: dieses Projekt dürfte die meisten Leute vermutlich überfordern.

    Köper Kastenanhänger Bj. 1973, 2019 total umgebaut auf Plattform (2,75x1,50), 1200 kg zGG

    HP 300.01 mit Deichselverlängerung 300.95 (Sanierungsfall), wird evtl. reiner Bootstrailer, 300kg zGG

    Fiat Linea Turbo Bj. 2009, 1200 kg zgAL

    Suzuki Freewind XF650, 18l Tankinhalt (schon wieder fast leer)

  • Ein super Nagetusch !!!

    Da steckst du zig Tausend € rein, denn den mußt du komplett zerlegen. Schimmel, Rost usw.... da kann man nicht stückchenweise restaurieren. Ich hätte ihn gern, habe aber keinen Platz und meine Frau würde mich erschlagen. 8o

    Ansonsten sind gerade diese Wohnwagen bei Oldtimerfreunden beliebt.

    Überlegen mußt du nun selbst, was die beste Variante für dich ist. :thumbup:

    -Egal wie tief man die Messlatte für den menschlichen Verstand ansetzt, jeden Tag kommt jemand und marschiert aufrecht drunter durch.

  • Hi und willkommen hier!


    Wohnwagen haben es in sich. Ich habe selber einen alten Knaus und schon viele Stunden in die Reparatur einer Ecke versenkt. Fertig bin ich immer noch nicht.


    Es liegt in der Natur dieser Dinger, daß man immer große Flächen öffnen muß, damit man das vernünftig reparieren kann. Teuer ist es nicht unbedingt. Aber es muß richtig gemacht werden, sonst war die Arbeit für die Katz‘. Mach mal ein paar Bilder vom Innenraum, wenn es geht mit den Schäden.


    Beantworte Dir folgende Fragen:


    - Kannst Du es handwerklich? Oder jemand, der Dir wirklich helfen kann?

    - Hast Du die Zeit dafür?

    - Hast Du das Durchhaltevermögen?


    Ansonsten finde ich, der muß unbedingt gerettet werden. Der ist wunderschön :love:. Hier mal ein Link zur Bildergalerie meines Wasserschadens, da bekommst Du mal einen Eindruck... Und es sieht aus, als würde der echt nah an der Erde stehen. Gib ihm mal 20 cm mehr Abstand zum Boden, das sorgt für einen trockenen Boden.


    Wie sich sicher alle denken können, hätte ich beinahe ein Angebot gemacht. Der ist aber auch bezaubernd :biggrins:

    Schöne Grüße aus Calenberg!


    Lars

    Zugfahrzeuge: VW T5 (2012), VW 1302 LS Kabrio (1972), VW 181 (1969)
    Anhänger: AH3, Anhängerbau Wittenberge 0,5t (1969), Knaus Monsun (1964), Saris F25 (1998, leihweise)

    Alle meine Lieblinge auch auf BoxerStop

  • Erst einmal ganz lieben Dank für eure Antworten - da bin ich auf jeden Fall richtig hier. Ja, es ist ein kleines Schmuckstück.


    Die Lage ist folgende: mein Freund, der ein richtig guter Handwerker (und KfZ-Meister) ist und vor vielen Jahren selbst mal einen großen Wohnwagen für seine Familie aufgebaut hat, reißt die Hände hoch und ist davon überzeugt, dass es ein Riesenaufwand wäre - wie oben beschrieben - zig Tausend Euro kosten würde und hat mir versichert, dass er selbst das keinesfalls machen wird, obwohl er es könnte. Damit sind die Messen gesungen. Bevor ich mich hier angemeldet hatte, hatte er mir seine Meinung noch nicht ganz so unverblümt kund getan *grins*. Er wusste nicht, wie ernst es mir plötzlich ist....


    Es geht letztlich darum, den weiteren Verfall zu stoppen damit der Wagen noch lange Zeit dort im Garten unter dem Apfelbaum stehen kann. Vielleicht mal als Spielhaus, wenn mal Enkel kommen... er war auch früher immer mal "Gästezimmer"... aus dem Garten rausrollen wäre auch schlecht, denn inzwischen ist die Zufahrt verbaut. Da müsste eine Rampe her oder durch das Nachbargrundstück (Zaun abbauen) Ich hatte den Hänger damals noch in letzter Minute aus dem Vorgarten runter in den Garten rollen lassen.


    Es stimmt, der Wagen ist schon zur Hälfte der Räder (die jetzt platt sind) im lockeren Sand eingesunken. Wir müssten ihn unbedingt höher stellen - auf Steine oder so, und ihn dabei wieder in die Waage bringen (wenn er dabei nicht auseinander fällt) damit die Tür wieder gerade hängt. (ggf. neue Wartburgräder ran - Radkappen für den Nagetusch bekommt man bei ebay, Nachbau sicher) Dann muss unten an der Tür die abgefaulte Stufe wieder rangemacht werden. Der alte Fußtritt ist noch da - aber alles gefault....Das beste wäre eine komplette neue Tür - aber wenn ich jetzt im Internet richtig gelesen habe, dann war gerade die Tür beim Nagetusch eine Schwachstelle. D.h. eine neue Tür wird nicht zu beschaffen sein. Eine neue Lüftungsklappe oben, das Ding aus Plexi, könnte ich bekommen (meine ist geschweißt) - für knapp 300 Euro - ich weiß nicht, ob ich das machen soll - dicht ist das Dach jetzt auch. Hinten das Loch vom Lüfter ist auch total offen - der Lüfter fehlt. Dort hatte ich immer nur Fliegennetz, damit mich nachts nicht die Mücken fressen, wenn ich mal dort geschlafen habe.


    Die Fenster auszubauen und neu mit Gummi zu versehen, sei nicht nötig sagt mein Freund. Die Fenster seien dicht, der Aufwand sein unnötig. Wir haben auch mit viel Mühe das Fenster, welches offen stand, wieder zu gezurrt.... ich dachte schon, da kommt uns die Lattung entgegen, aber nein - sie hat gehalten.

    Es ist auch unter den Fenstern bereits eine zusätzliche Querlatte eingezogen, das wusste ich gar nicht.


    Ich habe jetzt online eine Klinkengarnitur und ein Innenschloss gekauft - mal sehen, ob davon was passt.


    Ooops, nun ist es ein Roman geworden. Fotos vom Innenraum mache ich in Kürze. Danke für weitere Tipps und Austausch. Ich brauche bissel Motivation, muss mich auch bissel durchsetzen - vielleicht bekommt er ja doch noch Lust, dem Baby ein wenig hinter die Verkleidung zu schauen....

  • Ich habe mal einen Link zu einer Nagetusch-Rekonstruktion - da kann einem wirklich Angst und Bange vor so einem Projekt werden.



    Nagetusch Restauration


    Leider hat der User die Restauration nicht zu Ende dokumentiert, gab irgendwelche Befindlichkeiten und ist sehr schade. Aber für Details und Informationen ist das schon ein guter Link. Ich hoffe es ist o.k. , dass ich den Link hier gesetzt habe - ist ja ein anderes Wohnwagenforum. Wenn nicht, nehme ich ihn auch wieder raus. Dazu kenne ich mich hier noch nicht genug aus. Vorab Bitte um Verständnis.

    Einmal editiert, zuletzt von Timmilimmi ()

  • Okay, der hat alles gegeben :thumbup:


    Aber Deiner soll ja nicht fahren. Deshalb muß er wahrscheinlich nicht dermaßen tranchiert zu werden. Denn stehen wird er auch mit etwas angerostetem Bodenrahmen ohne zusammenzubrechen. Zugegeben, diese Mischbauweise aus Stahlrahmen und Alubeplankung ist wirklich ein Problem. Bei einem Stehzeug kann man aber auch Teilersatz machen und die Alubleche vernieten, wenn es not tut.


    Aufbocken würde ich den Nagetusch an der Achse, dann kannst Du die toten Reifen als Deko drauflassen und brauchst keine Neuen. Und an allen vier Ecken würde ich den Bodenrahmen unterstützen, und zwar so, daß keine Feuchtigkeit an den Stützen hochkriechen kann. Dann kann man das Teil auch ins Wasser stellen und hat keine Probleme mit Verzug.


    Ich würde es gerne sehen, wenn der Kleine wenigstens friedlich als Gartenhütte überlebt. Wäre schade drum :)

    Schöne Grüße aus Calenberg!


    Lars

    Zugfahrzeuge: VW T5 (2012), VW 1302 LS Kabrio (1972), VW 181 (1969)
    Anhänger: AH3, Anhängerbau Wittenberge 0,5t (1969), Knaus Monsun (1964), Saris F25 (1998, leihweise)

    Alle meine Lieblinge auch auf BoxerStop

  • Ich würde es gerne sehen, wenn der Kleine wenigstens friedlich als Gartenhütte überlebt. Wäre schade drum :)

    Ich auch, unbedingt. Stimme Lars in allen Punkten zu. Reifen gäbe es natürlich auch in schön beim Schrotti für was in die Kaffeekasse.


    Leider fehlen irgendwie die Bilder vom Innenraum - seit über einer Woche - die junge Dame lässt uns ganz schön zappeln....:biggrins:

    Los geht's, Timmilimmi! :)

    Köper Kastenanhänger Bj. 1973, 2019 total umgebaut auf Plattform (2,75x1,50), 1200 kg zGG

    HP 300.01 mit Deichselverlängerung 300.95 (Sanierungsfall), wird evtl. reiner Bootstrailer, 300kg zGG

    Fiat Linea Turbo Bj. 2009, 1200 kg zgAL

    Suzuki Freewind XF650, 18l Tankinhalt (schon wieder fast leer)

  • Danke für die Tipps zum Aufbocken - ich leite es mal weiter;) - das wird das Erste sein, was gemacht werden muss. Dann die Tür.


    Und Fotos liefere ich natürlich nach - am Wochenende räume ich mal aus, was jetzt drinnen lagert (altes Poolzubehör, Gartenstühle und Sitzauflagen), damit man sieht, wie der Wagen eingerichtet ist/war. Die Inneneinrichtung bedarf jedenfalls insgesamt keiner Restauration. Es ist einfach meine Schuld, dass ich den mit offenem Fenster stehen ließ...


    Der Nagetusch hat wohl Barkasräder habe ich in dem Link oben gelesen - 13 Zoll - d.h. Felgen aufhübschen, 13 Zoll rauf, fertig - ist zu schaffen. Strom finde ich, könnte auch wieder reingelegt werden, das ist so Spielkram, der sicher zu machen ist, ohne viel Aufwand....


    Bis dann:super:

  • Deiner sieht aber erst einmal viel besser aus als der aus dem Resto-Beitrag.

    Ich würde den mal ausräumen und innen mal alles durchsehen. Dann mal Aufbocken und von Unten anschauen. Man sieht ja im Resto-Beitrag, wie der Rahmenaufbau ist. Ggf. halt etwas ausbessern und mit Seilfett o.ä. versiegeln.

    Ich fände es schade, wenn er nur etwas langsamer verottet. Dann lieber verkaufen...

  • 20190709_082657.jpg20190709_082725.jpg20190709_082756.jpg20190709_082803.jpg20190709_082630.jpg20190709_082642.jpg20190709_082814.jpg20190709_082825.jpg20190709_083011.jpgHier mal die Innenfotos - rechts am Fenster und rechts in dem Hochschrank ist gut zu sehen, wo es krankt und die Tür - aber einen neuen Tritt bekommt man gut hin - selbst mit dem alten Linoleum und den Alurand...

  • Das Problem ist vielmehr: die Stufe ist von der Türe angefallen weil da nix mehr ist. Also woran die neue Stufe festmachen?


    Bei Wohnwägen gilt übrigens die Regel: Was man sieht ist nur die Spitze des Eisbergs. Auch wenn ich sowas noch nie selbst gemacht hab orakel ich mal das die Wand unter dem Fenster schlicht nicht mehr existent ist.



    mfg JAU

    No Shift - No Service

  • Bei Wohnwägen gilt übrigens die Regel: Was man sieht ist nur die Spitze des Eisbergs. Auch wenn ich sowas noch nie selbst gemacht hab orakel ich mal das die Wand unter dem Fenster schlicht nicht mehr existent ist.

    So wie das auf den ersten Blick ausschaut, dürftest du mit deiner Vermutung richtig liegen.

    Köper Kastenanhänger Bj. 1973, 2019 total umgebaut auf Plattform (2,75x1,50), 1200 kg zGG

    HP 300.01 mit Deichselverlängerung 300.95 (Sanierungsfall), wird evtl. reiner Bootstrailer, 300kg zGG

    Fiat Linea Turbo Bj. 2009, 1200 kg zgAL

    Suzuki Freewind XF650, 18l Tankinhalt (schon wieder fast leer)

  • Oh je, ich glaube, das ist übel.


    Lars würde den sichlich wieder hinbekommen, so innerhalb von 2 - 5 Jahren.

    Ich glaube, der ist einfach am Ende, so traurig das auch ist. Hinter den Verkleidungen dürfe so viel Schimmel und Moder sein, dass ich niemandem mehr empfehlen möchte, sich länger dort aufzuhalten, geschweige denn dort zu übernachten.


    ;(

    Stema HP 6070, Bj. 1999 verkauft
    Stema FT 8.5-20-10.1B, Bj. 2009 verkauft

    Neptun GN 134, Bj. 2014

  • das Ding ist reif für die Presse, absolut fertig


    es gibt so schöne Gartenhäuser, kauf dir doch sowas


    allerdt.jpgGartens01.jpg

    "Es ist schwer zu wissen, dass man keine Ahnung hat. Denn wenn man wüsste, dass man von einer Sache keine Ahnung hat, wüsste man auch, was man lernen muss, um nicht länger ahnungslos zu sein."

  • Stimmt. So schön so ein alter Nagetusch auch ist. So wie der aussieht muß er eben, wie ich schon geschrieben hatte, komplett zerlegt werden. Alle Wände auf und alles Dämmaterial raus, dann sieht man auch erst was alles hin ist. Wenn die Dämmung an einer Stelle verschimmelt ist, würde ich niemals nur diese eine Stelle reparieren, der Gilb steckt halt drin.

    -Egal wie tief man die Messlatte für den menschlichen Verstand ansetzt, jeden Tag kommt jemand und marschiert aufrecht drunter durch.